Beccy und Danny

Beccy und Danny
Grüße an unsere Freunde und Familie

Mittwoch, 25. April 2012

Es hat sich ausge”workt”, jetzt gehts ans “Traveln”!


Liebe Leute,

nachdem wir letzte Woche Sonntag unseren letzten Arbeitstag in Neuseeland hatten (jippie!) und mit Andy, unserem Chef und den drei Kollegen den Tag mit einem Bierchen haben ausklingen lassen, hieß es danach: Auto aufräumen und aussaugen. Da hatte sich mit der Zeit ganz schön was an Dreck angesammelt und das musste natürlich raus. Und am Montag (16.04.12) haben wir Ashburton endlich verlassen und uns auf den Weg nach Lake Tekapo gemacht. Auf dem Weg konnten wir uns ein paar Geocaches nicht entgehen lassen und in Lake Tekapo angekommen, haben wir uns noch kurz vor Sonnenuntergang die Church of the Good Shepherd und die Collie Statue angesehen.
Dann wurde schnell das Zelt aufgebaut und am nächsten Morgen haben wir eine kleine Wanderung auf den Mt. John gemacht, von dem man den gesamten See überblicken konnte. Das war sehr schön!
Danach ging es auch schon weiter Richtung Mt. Cook, wo wir unser Zelt auf einem netten und günstigen DOC Campingplatz am Fuße des mit Schnee bedeckten Mt. Sefton aufgestellt haben und ich noch beim Aufbauen Zeugin wurde, wie nur ein paar Meter neben mir ein Falke ein kleines Kaninchen gefangen hat. Für diverse Fotos und Videos wurde alles stehen und liegen gelassen und für das arme Kaninchen war es leider zu spät... Eins kann man aber mit Sicherheit sagen; hier ist man der Natur unglaublich nah und sie überrascht einen immer wieder aufs Neue!
Nunja, nach einer eher schlechten Nacht – Hauptgrund dafür waren ein paar Israelis, die mitten in der Nacht ankamen und sich lautstark unterhalten mussten und das Gespräch auch am frühen Morgen unbedingt fortsetzen mussten – haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein Richtung Kea Point aufgemacht, einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen rundum Blick über Mt. Sefton, The Footstool, Mt. Cook (der höchste Berg Neuseelands und der südlichen Alpen), den Hooker Gletscher, Mt. Kinsey, Mt. Wakefield und den Mueller Gletscher hatte und außerdem unglaublich blaue Seen bestaunen konnte. Leider haben wir keine Keas auf dem nach ihnen benannten Track gesehen, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, bald noch welche zu sehen. :-)
An dem Tag haben wir übrigens auch zum ersten Mal Neuseelands kleinsten Vogel, den Rifleman gesehen, der unter und IN unserem Auto nach Insekten gesucht hat und nicht größer als ein Ei ist! Der war drollig anzusehen.
Weiter ging es zum Tasman Gletscher, in dessen See wirklich Eisberge schwimmen! War irgendwie komisch, im Top bzw. T-shirt dazustehen...
Weiter ging die Fahrt über Omarama, wo wir uns die Clay Cliffs angeguckt haben, nach Oamaru, wo wir zunächst vergeblich nach dem vorher rausgesuchten Campingplatz gesucht haben, der, wie sich später herausstellte, etwa 15km außerhalb des Ortes war. Endlich angekommen, wurde das Zelt (ja, wieder im Dunkeln) repariert, eine Kleinigkeit gegessen und dann mit Wärmflasche ins Zelt gegangen.
Der Donnerstag (19.04.12) war nicht besonders spektakulär. Wir sind zu einem Punkt gefahren, von dem man Yellow Eyed Penguins (Gelbaugenpinguine) beobachten kann, wenn man zur richtigen Zeit da ist. Wir haben auch tatsächlich welche gesehen, allerdings waren die so weit weg, dass man sie kaum erkennen konnte. Freitag hatten wir damit mehr Erfolg, aber dazu gleich mehr. Abends haben wir uns gemütlich in die Küche/den Aufenthaltsraum gesetzt, Mails überprüft und außerdem eine wunderbare Chat-Unterhaltung mit Tami geführt, die aber auch ein kleines Bisschen Heimweh hervorgerufen hat, weil wunderbare Unterhaltungen mit den besten Freunden hier doch ganz schön fehlen...
Freitag sind wir dann weitergefahren nach Hampden, wo wir uns, nach einem Tipp des Campingplatzbesitzers und nach dem Aufbauen des Zeltes, wieder ins Auto setzten und zum Leuchtturm in Moeraki fuhren, von dem aus ein kurzer Weg zu der Stelle geht, von der man Yellow Eyed Penguins und Seehunde wunderbar sehen kann. Und kaum am Anfang des Weges angekommen, haben wir auch schon die ersten Pinguine in den Büschen gesehen, die mit ihren gelb umrandeten Augen und dem gelben Kopf zu niedlich aussehen! Der Weg führte dann direkt durch das Gebiet, in dem die Pinguine leben und da kommt es dann schonmal vor, dass ein paar von den gefiederten Genossen den Weg kreuzen oder daneben faul im Gras liegen. :-) Das Gleiche haben wir dann ein paar Minuten später auch noch mit einem Seehund gesehen, wobei ich schon ein bisschen Angst hatte, dass der im nächsten Moment aufspringt und uns angreift, weil wir wirklich nur zwei Meter von ihm entfernt waren. Der war aber offensichtlich zu müde, um sich zu bewegen.
Nur ein paar andere Seehunde am Strand haben sich anscheinend bei unserer Ankunft erschrocken und sind Richtung Wasser geflüchtet, haben sich aber schnell wieder beruhigt und auf die faule Haut gelegt.
Der Abend war jedenfalls sehr erfolgreich.
Und am Samstag haben wir uns, nachdem wir im besten Fish`n Chips Shop Neuseelands gegessen haben, auf den Weg zu den Moeraki Boulders gemacht. Das sind riesige Steinkugeln, die vor Millionen von Jahren am Strand angespült wurden und seitdem da rumliegen. Sieht auf jeden Fall witzig aus! Sonntag bin ich dann nach dem Frühstück ins Zelt gekrochen, um schonmal ein paar Sachen zusammenzuräumen als es wie aus dem Nichts anfing zu schneien, weil Daniel in einem plötzlichen Wutanfall unsere Mehltüte direkt neben dem Zelt zerquetscht hat und alle Sachen und natürlich fast das komplette Zelt mit einer weißen Puderschicht bedeckt waren. :)
Mittags fuhren wir dann endlich los nach Dunedin bzw. zur Otago Peninsula, wo wir gegen Abend zu Allen`s Beach, einen wunderschönen Strand gefahren sind und das erste Mal Seelöwen gesehen haben! Mann, die sind wirklich ganz schön groß. Wenn man direkt daneben steht, sieht man das erstmal.
Nach etlichen Bildern und Videos ging es wieder zurück zum Campingplatz.
Am Montag haben wir uns Lanarch Castle angeguckt, das ist das einzige Schloss Neuseelands und steht auf einem Hügel, von dem man die ganze Otago Peninsula überblicken kann. Abends wollten wir noch beobachten, wie die Blue Penguins am Strand ankommen, um zu ihren Schlafplätzen zu watscheln, aber auch nachdem die Sonne schon eine ganze Zeit untergegangen war, sind sie leider nicht aufgetaucht.
Und gestern (Dienstag, 24.04.12) sind wir nach Dunedin gefahren, mussten uns erkundigen, wo man am besten und günstigsten parken kann, haben dann in Läden gestöbert und uns ein wenig die Stadt angesehen, die mit ihren alten, viktorianischen Gebäuden wirklich sehr schön aussieht, und abends ging es nach einer Pizza von Domino's wieder zurück.
Heute haben wir uns den Bahnhof und die steilste Straße der Welt mal genauer angesehen, sind dann in die Speight's Brauerei gegangen und konnten uns nach einer Tour noch ordentlich am Zapfhahn bedienen und sechs verschiedene Biersorten probieren. Dafür hatten wir eine halbe Stunde Zeit und durften so viel trinken wie wir wollten. ;-)
Gleich geht’s noch ins Kino und dann zurück zum Campingplatz auf der Otago Peninsula.

Viele liebe Grüße an alle und in gar nicht allzu langer Zeit habt ihr uns „schon“ wieder! ;-)

Beccy & Daniel

Mittwoch, 11. April 2012

Osterferientour: Kaikoura – Akaroa – Lyttleton – Christchurch

Hallo liebe Leute,

hattet ihr auch so schöne Ostertage wie wir? Da wir über Ostern frei hatten, beschlossen wir, nach Kaikoura zu fahren, um dort die Whale Watching Tour zu machen, die auf jeden Fall noch auf unserem Plan stand. Und weil wir von Ashburton aus ja eher nach Süden fahren wollen, Kaikoura aber nördlich davon liegt, passte sich das ganz gut. Wir machten uns also Karfreitag auf den Weg, kamen im Dunkeln in Kaikoura an, bauten das Zelt auf und gingen dann ins Bett. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir zum Informationszentrum und buchten die Tour für mittags, hatten dann noch drei Stunden Zeit und verbrachten diese damit, in Geschäften zu stöbern und einen Kaffee zu trinken. Mittags gings dann zum Whale Watch Gebäude, wo wir uns noch einen kurzen Film über die Sicherheitsbestimmungen auf dem Boot ansahen und dann mit dem Bus zu diesem gebracht wurden. Als alle ihre Plätze eingenommen hatten, ging die wilde Fahrt los. Es war nämlich ein sehr stürmischer Tag und das Boot schaukelte wie verrückt. Gott sei Dank sind wir nicht seekrank... Nach etwa 10 Minuten Fahrt kamen wir an der Stelle an, an der wir den ersten Wal (einen Sperm Whale, dazu später mehr) sehen sollten und der ließ auch nicht lange auf sich warten. Keine fünf Minuten später sahen wir, wie er an die Wasseroberfläche kam, um zu atmen. Das tut er dann etwa 10 Minuten lang, bis er wieder abtaucht und bis zu einer Stunde unterwasser bleiben kann. Und hier noch ein paar Fakten zum Sperm Whale, bei uns Pottwal genannt...:
  • Der Name kommt daher, dass die Walfänger, die diesen Wal das erste Mal fingen, dachten, die Flüssigkeit, die aus seinem Kopf (!) kam, nachdem sie hineinstachen, sei Sperma! Warum sie auf diese verrückte Idee kamen, weiß ich auch nicht. Vermutlich, weil Farbe und Konsistenz daran erinnterten. Jedenfalls war es zu spät, den Wal umzubenennen, als man herausfand, dass es sich bei der Flüssigkeit um das sog. Walrat handelte, eine fett- und wachshaltige Substanz aus dem Vorderkopf des Pottwals
  • Ein Zahn eines Pottwals wiegt etwa 1kg und ist 25cm lang
  • Der Pottwal ist unter den Zahnwalen der größte Wal

Nach dem Abtauchen der Fluke, was natürlich das Highlight schlechthin war, fuhren wir weiter, um den zweiten Wal zu sehen. Das war einfach super! Diese riesigen Geschöpfe zu sehen, wie sie langsam an der Wasseroberfläche entlangschwimmen... Wunderbar! Nachdem dann auch der zweite Wal abgetaucht war, sahen wir außerdem noch Albatrosse, Dusky Delfine, die unser Boot umkreisten und anscheinend jede Menge Spaß hatten und eine Robbe, die sich zwischen die Delfine mischte und mit ihnen spielte. Das war wirklich lustig zu beobachten und ihre Tarnung wäre auch fast nicht aufgefallen. Aber eben doch nur fast... :)
Dann ging es auch schon wieder zurück zum Hafen und nachdem wir was gegessen und eingekauft hatten, suchten wir uns einen Campingplatz, bauten das Zelt auf und gingen ins Bett bzw. auf die Luftmatratze. ;)
Ostersonntag machten wir dann den Kaikoura Peninsula Walkway, der, wie der Name schon sagt, um die Kakoura Peninsula geht und absolut schöne Ausblicke auf die Landschaft, das Meer und die Küste von Kaikoura bietet! Auf dem Weg haben wir noch Geocaches gesucht (und gefunden) und kamen am Ende den auf den Steinen herumliegenden Seerobben ganz nah.
Abends machten wir uns auf den Weg nach Akaroa (das ist in der Nähe von Christchurch) und kamen dort wieder mal im Dunkeln an.
Am Montag erkundeten wir dann bei strahlendem Sonnenschein das süße Örtchen Akaroa, das mit seinen kleinen Geschäften und jeder Menge Cafés an der Promenade an einen kleinen Urlaubsort erinnert. Nachmittags fuhren wir dann über den Tourist Drive mit schönen Ausblicken auf Akaroa nach Lyttleton, wo wir uns eigentlich einen sog. Timeball angucken wollten, der aber anscheinend aufgrund der Erdbeben abgebaut wurde... Also fuhren wir weiter nach Christchurch, kauften ein, gönnten uns eine Pizza und fuhren dann zurück nach Ashburton, wo wir Dienstag wieder arbeiteten und jetzt faul rumsitzen, weil heute (Mittwoch, 11.04.12) die Arbeit ausgefallen ist, da es den ganzen Tag in Strömen geregnet hat...
Hoffen wir, dass es morgen wieder besser wird, damit wir in den letzten Tagen hier auch noch ein bisschen Geld verdienen können. :)

Viele liebe Grüße
Daniel und Beccy

Mittwoch, 28. März 2012

Auf nach Ashburton!

 Mann oh mann, seit dem letzten Eintrag ist ja schon wieder ne Menge passiert...
Wird Zeit, dass wir euch auf den neusten Stand bringen. Ich werde jetzt mal zwei Einträge schreiben, weil wir soviel zu berichten haben und das sonst wieder so viel auf einmal wird. Also nicht vergessen, den nächsten Eintrag auch noch zu lesen. ;-)

Fangen wir bei Montag, dem 05.03.2012 an. An dem Tag beschlossen Daniel und ich nämlich, den Applepicking-Job an den Nagel zu hängen und uns irgendwo was Anderes zu suchen, weil wir den Job einfach nicht ausgehalten haben und nicht genug Geld zum Reisen zusammenbekommen hätten. Und kurz nachdem wir die Entscheidung getroffen hatten, rief uns Nils an, um uns mitzuteilen, dass wir in der nächsten Woche einen „Kartoffeljob“ in Ashburton (das ist in der Nähe von Christchurch) anfangen könnten, bei dem wir $14 Stundenlohn bekämen. Das passte sich natürlich super und wir sagten sofort zu. Da wir noch eine Woche Zeit hatten, bis wir in Ashburton sein sollten, entschieden wir uns, am Dienstag alles zusammenzupacken und zum Farewell Spit zu fahren und vorher noch einen Abstecher zum Harwood's Hole zu machen. Farewell Spit ist eine riesige Landzunge im Norden der Südinsel (wenn ihr auf einer Karte guckt, sieht das Ganze aus wie der Schnabel eines Kiwi-Vogels) und das Harwood's Hole ist „das tiefste Loch Neuseelands“ >>> http://de.wikipedia.org/wiki/Harwood_Hole <<< und man kann bis an den Rand gehen und es gibt keinerlei Absperrungen. Da wurde es mir schon ein bisschen mulmig... Daniel natürlich nicht, der hat sich sogar an den Rand gesetzt und die Füße runterbaumeln lassen...
Abends haben wir unsere Zelte dann auf einem Campingplatz beim Wharariki Beach aufgestellt und uns diesen kurz nach Sonnenuntergang noch angesehen und ich kann euch sagen, das war ein absolutes Wow-Erlebnis! Man geht nichtsahnend auf einem kleinen Pfad durch den Sand, überquert eine große Düne und dann sieht man diesen Strand! Einfach wunderbar! (Bilder folgen :) )
Am nächsten Tag machten wir eine Wandertour über von Schafen bewohnte Hügellandschaft zum Cape Farewell (ich mal wieder in Flip Flops, aber ich kann jetzt mit Sicherheit sagen, dass man alle Wanderwege der Welt mit Flip Flops bezwingen kann ;) ). Vorher mussten wir noch einen Fluss überqueren und da Luisa und ich natürlich Jeans anhatten, mussten wir diese ausziehen, um nicht völlig durchnässt zu sein... Nachdem wir eine kurze Zeit beim Cape Farewell verbracht hatten, gingen wir zurück und fuhren zum Farewell Spit, um da weiterzuwandern. Zunächst taten wir das am eher langweiligen Strand und entschieden uns dann, über die Dünen zu gehen, was sich als sehr gut erwies, da diese Dünenlandschaft aussah wie Wüste und weitaus interessanter war.
Abends ging es dann wieder zurück nach Motueka (wir mussten ja wieder nach Süden und da wir den Campingplatz mehr als gut kannten und er auf dem Weg lag, verbrachten wir die Nacht wieder dort) und am nächsten Morgen fuhren wir auf dem State Highway 6 nach Süden. Auf dem Weg sahen wir uns die Buller Gorge Swingbridge an, das ist Neuseelands längste Ein-Mann-Hängebrücke (die heißt so, weil die so schmal ist, dass nur die Breite einer Person darauf Platz findet, nicht weil da nur ein Mann drüber gehen kann!) mit einer Länge von 110 Metern – huiuiui, ganz schön wackelig – und abends stellten wir die Zelte auf einem DOC-Campingplatz auf, auf dem wir uns vor Sandflies nur mit langer Kleidung, Socken und Jacken mit Kapuzen schützen konnten...
Am Freitag, den 09.03. hieß es dann letztendlich Abschied nehmen von Luisa und Nils, weil die beiden sich in der Zwischenzeit entschieden hatten, doch nicht mehr zu arbeiten und nur noch zu reisen.
Wir fuhren also Richtung Hanmer Springs und verbrachten da eine Nacht, die in Bezug auf die Temperaturen schon ein wenig grenzwertig war...
Samstag ging es dann weiter nach Christchurch. Eigentlich wollten wir da nur durchfahren, entschieden uns aber, eine Nacht dort zu bleiben, um noch ein wenig Zeit zu haben, uns die Stadt und den botanischen Garten anzusehen.
Und wir hatten Glück, dass gerade an dem Wochenende noch einmal die Möglichkeit bestand, die Christ Church Cathedral anzusehen, die kurz davor war, abgerissen zu werden und sich in der normalerweise abgesperrten, völlig zerstörten Innenstadt befindet/befand. Es wurde nämlich ein abgesperrter, bewachter Weg dorthin geöffnet und so konnten wir uns die Kathedrale und das ganze Ausmaß der Zerstörung durch die Erdbeben aus nächster Nähe ansehen (das ist auch in den nicht abgesperrten Teilen der Stadt häufig möglich, weil die Beben natürlich überall ihre Spuren hinterlassen haben, aber in der Innenstadt war es am Schlimmsten). Diesen Weg durch die Stadt zu gehen war eine absolut neue Erfahrung für uns und wir hatten beide einen dicken Kloß im Hals als wir die zerstörten, eingefallenen Gebäude sahen, die wie ausgestorben waren. Und das Gruseligste an dem Ganzen war die totale Stille, die dort herrschte! Wenn man durch eine Stadt geht, hat man eigentlich immer mehr oder weniger laute Geräusche um sich, sei es das Motorengeräusch von Autos oder einfach sich unterhaltende Menschen, die in den Läden ein- und ausgehen. Aber da... nichts... Echt komisch.
Aber um auch etwas Erfreuliches über Christchurch zu sagen, wir haben uns außerdem das Projekt Re:Start angeguckt, das ist eine aus bunten Wellblechcontainern bestehende neue Innenstadt, die quasi direkt neben der Sperrzone errichtet wurde/immernoch wird und all die Geschäfte enthält, die bei den Beben zerstört wurden. Also unter Anderem Cafés, Elektrogeschäfte, Klamottenläden, Outdoorläden etc. Und in einem der Läden hat sich Daniel dann auch endlich einen neuen Schlafsack gekauft, damit er nicht irgendwann im Zelt erfriert mit seinem dünnen Sommerschlafsack. ;) „Der Neue“ wurde dann auch abends gleich ausprobiert und ist wunderbar warm. Die kalten Tage können also kommen.
Am Sonntag, den 11.03. kamen wir dann im Nieselregen im auch sonst ziemlich grauen Ashburton an und stellten das Zelt im nächstbesten und günstigsten Holiday Park auf.
Und somit sind wir auch schon beim Thema des Blogs angelangt; Ashburton. Und dazu mehr im nächsten Eintrag...

Von Bratkartoffeln, Kartoffelbrei und anderen Kartoffelspeisen

Die Kartoffel (Solanum tuberosum), in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch als Erdapfel (Herdöpfel) oder Grundbirne (Grumbeer) und im restlichen deutschsprachigen Raum unter verschiedenen Regionalnamen bekannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch Tomate, Paprika und Tabak gehören. Das Wort Kartoffel leitet sich von tartufolo, dem italienischen Wort für Trüffel ab, das wiederum vom lateinischen "terrae tuber" abgeleitet ist. Der Name der Süßkartoffel (Ipomoea batatas) leitet sich von der ähnlichen Verwendung und dem ähnlichen Aussehen der Knollen ab, nicht von einer Verwandtschaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Kartoffel“ für die unterirdischen Knollen verwendet. Über diese Knollen kann sich die Pflanze vegetativ vermehren.
 
Die Samen werden in tomatenähnlichen Beeren gebildet, welche wie alle grünen Teile der Pflanze und die Keime der Knolle für Menschen ungenießbar bis leicht giftig sind.


Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist das viertwichtigste Nahrungsmittel der Welt; daneben aber auch Futtermittel und Industrierohstoff.

In Ashburton angekommen, fuhren wir also am nächsten Tag (Montag vor zwei Wochen) zu CanStaff, das ist die Agentur, die uns die Arbeit vermittelt, lernten Andrew kennen, der alles zum Thema Jobs und Arbeitern organisiert und, nebenbei bemerkt, blind ist und bekamen mitgeteilt, dass die Kartoffelernte doch erst am Mittwoch starten würde, weil sie Probleme mit der neuen Erntemaschine hätten, wir aber für einen Tag bei der Brokkoliernte helfen könnten, wenn wir wollten. Wollten wir und schon gings los zum Brokkolifeld. Dort wurde ich auf den Anhänger hinterm Traktor verfrachtet und musste den Brokkoli, der von den Jungs, die hinter dem Gespann herliefen und ihn mit gefährlich scharfen Messern abschnitten und aufs Laufband warfen, in Kisten packen. Daniel war einer der Jungs mit den gefährlich scharfen Messern. ;)
Naja und „warfen“ ist untertrieben, der Broccoli wird praktisch aufs Laufband geschleudert! Ich gehe im Supermarkt immer so vorsichtig damit um, aber wenn man erstmal weiß, wie der direkt nach der Ernte behandelt wird...
Jaaa, und am Mittwoch starteten wir dann unseren eigentlichen Job auf der Kartoffel-Ernte-Maschine (im englischen ist der Name der Maschine viel lustiger: Digger). Diese wird auch von einem Traktor gezogen, befördert die Kartoffeln auf ein Laufband und unser Job ist es (wir sind zu viert), Steine, Dreck, durchgeschnittene und verrottete Kartoffeln zwischen den Guten auszusortieren. Und wenn die Erntemaschine voll ist, steigen wir aus und helfen dabei, die Kartoffeln in große Holzkisten zu füllen, die dann per LKW ins Lagerhaus gebracht werden (die sind nämlich nicht zum Verkauf bestimmt, sondern werden wieder „ausgesäht“, um den Gewinn an Kartoffeln zu vervielfachen. Essen kann man sie aber trotzdem und das machen wir auch fleißig!). Das wars. Klingt doch super oder?! Uns gefällt der Job gut und wir sind mehr als froh, dass wir uns entschieden, hier herzukommen und mit Andy, unserem Boss haben wir einen super Fang gemacht, weil der echt total nett ist! Einziges Problem an der Sache ist, dass der Job wetterabhängig ist, weil nicht geerntet werden kann, wenn es regnet, da die Kartoffeln in den Kisten sonst anfangen zu gammeln. Und genau aus dem Grund hab ich auch gerade Zeit, den Blog zu schreiben. Heute regnet es nämlich und wir haben heute morgen nur eine Stunde gearbeitet und konnten dann wieder zurückfahren. Dafür haben wir aber die letzten neun Tage durchgearbeitet und das passt uns jetzt ganz gut.
Den Job wollen wir jetzt noch zwei Wochen machen und dann startet das pure Reisen! Und dafür bin ich in freien Minuten fleißig dabei, unsere Route zu planen, alles was wichtig erscheint, auf die große Neuseelandkarte zu schreiben, damit wir dann auch genau wissen, wie lange wir wo bleiben können, ohne in Stress zu kommen. :)
So, jetzt noch eine kleine Geschichte von gestern und heute zum Schluss; nachdem wir gestern auch eher von der Arbeit zurück waren, fuhren wir zum „Vehicle Testing“, um unsere WOF (Warrant of Fitness) erneuern zu lassen. Das ist vergleichbar mit dem deutschen TÜV, nur dass da längst nicht alles getestet wird (Bremsen, Batterie, Öl, Luftdruck und Wasser sind NICHT eingeschlossen) und es daher auch nicht so viel kostet, aber gemacht werden muss, weil man sonst einen Strafzettel bekommt und das wollen wir natürlich nicht. Nach einem wirklich kurzen Blick aufs Auto wurde uns mitgeteilt, dass wir einen neuen Reifen bräuchten, um die Plakette zu bekommen. Wir also einen neuen Reifen gekauft und die Plakette abgeholt. Fünf Minuten später – ich war gerade im Informationszentrum – wollte Daniel nachsehen, ob das Scheibenwischwasser aufgefüllt werden muss und konnte danach die Motorhaube nicht mehr richtig schließen... Also fuhren wir gleich zum Toyota-Händler und der sagte uns, dass wahrscheinlich der Bautenzug, der es möglich macht, die Haube vom Inneren des Autos zu öffnen, kaputt sei und ein Neuer etwa $100 kosten würde. Nach längerem Hin und Her meinte er dann aber, es sei wahrscheinlich doch das Teil, das die Motorhaube zuhält und nicht das Kabel. Und dieses Teil würde neu etwa $280 kosten...! Wir sollten doch aber mal rumfragen, ob wir bei irgendeinem Second Hand- Laden oder Schrottplatz was Günstigeres finden könnten und achja, wir sollten doch bitte nicht auf den Motorway (vgl.bar mit der Autobahn) fahren, weil uns die Motorhaube dann evtl. um die Ohren fliegen könnte. Welch' weiser Rat...
Dann versuchte der Mechaniker von Toyota noch ganze 10 Minuten, die Motorhaube so zu schließen, dass sie ständig zubleibt, das ist ihm aber nicht gelungen.
Und heute sind wir dann zu einem Second Hand- Laden für Autoteile gefahren und haben nach dem Teil gefragt. Der Typ dort meinte wiederum, dass er nicht glaube, dass es das Teil wäre, sondern der Bautenzug und wir doch lieber nochmal schnell zur Werkstatt X fahren sollten, um dann genau zu wissen, welches der beiden Teile wir nun bräuchten, er hätte aber beide zur Not da. Wir also wieder los und zur Werkstatt, bei der ein netter Mechaniker bestätigte, dass es „nur“ das Kabel sei und wir Freitag vorbeikommen können, damit er uns das einbaut. Und mit einem Griff und Dreh mit dem Schraubenzieher konnte er die Haube erstmal wieder schließen. Das, was der Toyota-Mensch in 10 Minuten nicht geschafft hat. Soviel zum Thema „Qualifiziertes Fachpersonal“... Daniel ist dann später nochmal zu dem Second Hand- Laden gefahren und hat das Kabel für schlappe $20 bekommen. Ein bisschen Glück konnten wir auch wirklich mal wieder gebrauchen. :)

So, nun seid auch ihr wieder auf dem neusten Stand und könnt euch hoffentlich bald die aktuellsten Bilder auf Daniels Homepage und bei Facebook ansehen.

Und falls ihr euch wundert, dass seit langem keine Postkarten mehr angekommen sind, seid unbesorgt, ein paar verspätete kommen demnächst und aus den großen Städten unserer Reise im Süden gibt’s dann auch wieder regelmäßiger was. ;)

Uns geht’s gut, wir sind wohlauf und freuen uns riesig auf in zwei Wochen, wenn es heißt „the journey goes on!“

Viele liebe Grüße
Eure Beccy & euer Daniel

Freitag, 2. März 2012

Abel Tasman Nationalpark – A little piece of paradise

Es gibt wieder Neuigkeiten! 3, 2, 1 – los geht’s:

Wie ihr wisst, waren wir fleißig dabei, zu planen, was wir alles mit auf die fünftägige Kayaktour nehmen müssen/sollen/wollen/können und Freitag (den 17.02.2012) haben wir dann auch geschlagene vier Stunden gebraucht, um den Einkauf zusammen zu kriegen, die Tour beim Informationszentrum zu buchen und sämtliche Fragen zu stellen, die wir hatten. Wieder beim Campingplatz, wurde nochmal Wäsche gewaschen, wobei wir uns das auch hätten sparen können, weil wegen der Kaltwäsche und des schon vorhandenen Drecks in der Waschmaschine die komplette Waschladung fast noch schlimmer aussah als vorher und selbst mit Unmengen an Waschpulver kein frischer Geruch aufkommen wollte.
Dann wurden nebenbei noch sämtliche Elektrogeräte aufgeladen und abends sind wir zum „Happy Chippie“ Fish & Chips essen gefahren.
Am nächsten Morgen sind wir um sechs aufgestanden und, haben das Auto gepackt und sind dann los Richtung Marahau gefahren, wo die Tour losging. Bei der Kayak Company angekommen, konnten wir quasi sofort anfangen, die Kayaks zu beladen. Und das ging besser als gedacht, weil in den Dingern wirklich super viel Platz ist (vorne, Mitte, hinten)! Zelt, Grill, Luftmatratze, Schlafsäcke, Rucksäcke, Volleyball, Getränke und alles Andere, was noch so mitmusste; gar kein Problem! :)
Zwischendurch haben Daniel und ich gefragt, ob wir denn unsere kleine Reisepflanze irgendwo unterstellen können, weil wir die ja schlecht mit ins Kayak nehmen konnten und daraufhin meinte die nette Mitarbeiterin nur völlig verdutzt, was das denn für eine Pflanze sei, sie wolle nicht in irgendwas Illegales verwickelt werden (sie dachte anscheinend, dass wir Marihuana oder so mithätten :) ). Nach kurzer Erklärung (für alle, die das noch nicht wissen: Wir haben einen kleinen Pohutukawa als Reisepflanze, das ist ein nativer Baum Neuseelands und absolut nicht illegal!) und erleichtertem Aufatmen ihrerseits konnten wir die Pflanzen dann unterstellen.
Und dann gings auch schon fast los. Wir wurden in Sachen Kayakfahren und Equipment eingewiesen, machten ein paar Trockenübungen und fuhren dann mit einem Traktor und den Kayaks im Schlepptau zum Strand, von wo wir letztendlich starteten. Ab gings ins Wasser und dann waren wir auf uns alleine gestellt. Nachdem wir die erste kleine Insel passiert hatten, legten wir zum ersten Mal an einem kleinen Strand an, breiteten die Picknickdecke aus und dann hieß es: sonnen, sonnen, sonnen. Nebenbei wurden wir noch Zeugen einer Hochzeit, deren Gesellschaft mit einem Wassertaxi zum Strand gebracht wurde. Das war irgendwie lustig. :)
Nachmittags sind wir dann weitergepaddelt - nebenbei bemerkt, der Abel Tasman Park ist der Hammer! Glasklares Wasser, meterlange, weiße Sandstrände, Möwengeschrei, ein leichter Meereswind um die Ohren... Fantastisch! Bei unserem ersten Campingplatz, Anchorage Bay, haben wir die Zelte aufgebaut und mussten dann unsere riesige Luftmatratze mit dem Mund aufpusten, weil die Pumpe, von der wir dachten, es sei eine Luftpumpe, keine war, sondern eine Wasserpumpe, um überflüssiges Wasser aus dem Kayak zu pumpen... Und natürlich hatte auch niemand anderes eine Pumpe dabei. Wir waren anscheinend die Einzigen, die sich diesen Luxus gönnen wollten.
Abends haben wir dann zusätzlich zu unserem eigenen Essen noch Hühnchen als Vorspeise und Pavlova als Nachtisch von anderen Campern geschenkt bekommen, worüber wir uns natürlich total gefreut haben! Am Sonntag sind wir trotz schlechtem Schlaf gut gelaunt aufgewacht, haben nach dem Frühstück unsere Sachen zusammengepackt und dann gings weiter Richtung Pinnacle Island, wo wir die in freier Wildbahn lebenden Robben mit ihren Babys bestaunen konnten! Die waren ja soooooooo süß, wie sie über die Steine gehopst sind und nach ihren Mamas gerufen haben!
Nachdem wir einmal um die Insel gepaddelt sind und viele Fotos geschossen haben, gings weiter zum Bark Bay, unserem nächsten Campingplatz. Dort haben wir, nachdem das Zelt aufgebaut war, den Einmal-Grill aufgestellt und die Campingdusche aufgehängt und nach dem Essen konnten wir frisch gecampduscht schlafen gehen. Vorher haben sich die Sandflies wieder mal gegen uns verschworen...
Montag (den 20.02.12) sind wir ein wenig später aufgestanden und hatten nach dem Packen der Schwimmsachen ziemlich Schwierigkeiten, das Kayak ins Wasser zu bekommen, weil die Wellen sehr stark waren. Nachdem wir aber auch das geschafft hatten, machten wir uns auf den Weg zu Tonga Island, auf der die Größere der beiden Robbenkolonien zu finden sein sollte. Viel größer fanden wir sie zwar nicht, aber die Robben haben wir trotzdem noch länger beobachtet. Dann haben wir an einem der laaangen Strände angelegt, verrückte Fotos gemacht, gegessen, uns gesonnt und Volleyball gespielt und dann sind wir wieder losgepaddelt, um uns die andere Hälfte von Tonga Island anzusehen, wobei wir das absolute Highlight erlebten: Wir konnten aus ca. drei Metern Entfernung beobachten, wie vier kleine Robbenbabys im flachen Gewässer gespielt und sich gegenseitig immer wieder angestupst haben! Das war wirklich toll! Und kurz danach ist noch eine erwachsene Robbe weniger als zwei Meter neben unseren Kayaks umhergeschwommen!
Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir wieder beim Campingplatz an und nach dem Essen ging es (natürlich nicht ohne vorher noch ein paar Sternenbilder am Strand zu machen) ins Zelt.
Dienstag beschlossen wir morgens, dass wir schon früher als geplant Bark Bay verlassen wollten, um zum letzten Campingplatz zu paddeln, da das Wetter nicht besonders gut und der Himmel wolkenverhangen war. Gesagt, getan und bei Te Pukatea angekommen, hatten wir Mühe, das Zelt aufzustellen, weil der Wind uns fast wegpustete. Das konnten wir auch vorher schon auf dem Wasser feststellen, da wurden wir ordentlich durchgeschüttelt und die Wellen schlugen nur so gegen das Kayak.
Naja, kaum stand das Zelt, fing es an zu regnen... Abends haben wir dann nur noch schnell was zu essen gemacht und verkrochen uns danach ins Zelt. Und es hörte nicht auf zu regnen... Am nächsten Morgen regnete es nach wie vor Bindfäden und irgendwann entschlossen wir uns dann, die Sachen in die Kayaks zu bringen und danach die Zelte von innen abzubauen, damit wenigstens das Innenzelt ansatzweise trocken blieb. Wenigstens das hat ganz gut geklappt, auch wenn das Außenzelt voller Matsch und klitschnass war... Mit völlig durchnässten Klamotten setzten wir uns also in die Kayaks und im strömenden Regen ging es zurück zum Start- bzw. Endpunkt der Tour. Irgendwann ab der Mitte der Strecke, waren wir alle total durchgefroren, meine Finger wollten nicht mehr so ganz gehorchen und auch meine Füße fingen langsam an, abzufrieren und man konnte die letzte halbe Stunde der Tour nicht mehr als besonders spaßig bezeichnen und ich denke wir alle waren froh, als wir am Strand von einem netten Mitarbeiter der Company abgeholt wurden und nach dem Ausladen der Sachen aus den Kayaks dort heiß duschen konnten!
Alle Sachen zurück in den Autos, fuhren wir zurück nach Motueka zu unserem Campingplatz, wo wir uns aber für die erste Nacht eine Cabin nehmen mussten, weil es bei dem Regen einfach unmöglich war, die Zelte aufzubauen. Über unsere Wahl waren wir aber mehr als froh, als abends DER Sturm schlechthin losging und dann auch noch der Strom auf dem ganzen Campingplatz ausfiel. Gott sei Dank war das Wetter am nächsten Morgen wieder besser und nachdem wir die Zelte abgewaschen und aufgehangen hatten, startete der Waschmarathon. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr Sachen stinken können, die stundenlang mit Kayak, Salzwasser und Sand in Berührung gekommen sind! Unfassbar eklig! Und wie ihr wisst, ist die Waschmaschine hier echt zum Abgewöhnen, also... richtig... wurden alle Sachen per Hand (!) im großen Waschbecken mit heißem Wasser und Waschpulver gewaschen, von den Jungs ausgewrungen und auf die Leine gehangen. Nach drei Stunden waren wir damit fertig und mussten dann noch für die nächsten Tage einkaufen, weil wir ja nichts mehr auf Vorrat hatten.

Und nun bin ich auch schon beim letzten Wochenende angekommen, an dem wir zunächst nur entspannt haben und am Sonntag (also vorgestern) nach Takaka gefahren sind, um uns die Te Waikoropupu Springs anzusehen. Bei diesen handelt es sich um das klarste Gewässer der Welt und am Ende eines kurzen Wanderwegs kamen wir zur Quelle und sahen WIRKLICH das klarste Wasser überhaupt! Man darf auch in keinster Weise damit in Berührung kommen, weil man es dann schon verschmutzen würde. Neben dem Weg sitzt sogar eine „Aufsichtsperson“, die aufpasst, dass keiner seine Finger ins Wasser steckt! :)
Auf dem Weg zurück nach Motueka hielten wir noch bei den Labyrinth Rocks.

Und Montagmorgen nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg, um verschiedene Plantagen abzufahren und erneut nach Jobs zu fragen und hatten den Plan, falls wir da nicht erfolgreich sein sollten, in der Bücherei wieder Telefonnummern rauszusuchen.
Zuerst fuhren wir zu McLean's Orchard (einer, den wir auf dem Campingplatz kennengelernt hatten, meinte, wir sollen da mal hin und sagen, dass wir ihn kennen, da dann unsere Chancen höher seien), füllten dort einen Antrag auf Arbeit aus und bekamen keine 10 Minuten später einen Anruf, dass wir heute anfangen könnten zu arbeiten. Also hatten wir heute den ersten Arbeitstag und dreimal dürft ihr raten, was wir machen... Jap, Applepicking (Äpfel ernten)... Das heißt, wir haben eine große Tasche vor dem Bauch, die wir mit Äpfeln füllen und wenn die voll ist, in eine große Holzkiste ausleeren und für eine volle Kiste bekommen wir $28. Das ist nicht besonders viel für die harte Arbeit (heute haben wir zum Beispiel in acht Stunden zu zweit weniger als $90 verdient, was umgerechnet etwa 60€ sind...) und ich muss dazu sagen, besonders gut gefällt es uns nicht, weil man echt Rückenschmerzen von dem großen Gewicht bekommt. Uns bleibt aber leider momentan nichts anderes übrig als den Job weiterzumachen, weil man an etwas Anderes einfach nicht rankommt und dann ist ein bisschen Geld immer noch besser als gar keins. Ich kann nur nochmal sagen, dass Work & Travel, so wie man es sich vorstellt, einfach nicht so ist und man sich hier wirklich (sorry für meine Wortwahl) den Ar*** aufreißen muss, um an Geld zu kommen... :-(
Naja, wir versuchen wie immer das Beste draus zu machen und können hoffentlich in ein paar Wochen unsere Reise fortsetzen (wenn sich in der Zeit nicht wieder alles ändert, das kommt ja hier oft mal vor). Ihr hört wieder von uns, wenn es bald wieder Positiveres zu berichten gibt.

Viele liebe Grüße vom anderen Ende der Welt!
Beccy & Daniel

Donnerstag, 16. Februar 2012

Ups and downs at the other end of the world

Hallo Leute,
wir leben noch! Und endlich komme ich auch mal wieder dazu, den Blog zu aktualisieren.
Seit wir Nelson verlassen haben, ist so Einiges (aber nicht sonderlich Spektakuläres) passiert, was ich euch im Folgenden berichten werde.
Wir haben also in Nelson (auf dem Campingplatz, auf dem die Sandflies ihre Armee gegen uns gerichtet hatten) unsere Zelte abgebaut und uns auf den Weg nach Motueka gemacht, um erstens mal was anderes zu sehen und zweitens dort weiter nach Jobs zu suchen.
Dort angekommen haben wir quasi sofort da weitergemacht wo wir in Nelson aufgehört hatten; richtig, mit der Jobsuche. Wir verbrachten die nächsten Tage damit, das Telefonbuch von vorne bis hinten durchzutelefonieren, sämtliche Cafés im Ort abzuklappern, zu den Obstplantagen zu fahren und sogar beim Kayak-Verleih nachzufragen, ob wir nicht die Kayaks putzen könnten, um die geplante Kayaktour dafür günstiger bzw. kostenlos machen zu können. Hat natürlich nicht geklappt, aber einen Versuch war es wert…
Nach zwei Tagen erfolgloser Suche war meine Stimmung endgültig am Tiefpunkt angekommen und mit jedem Gedanken an zu Hause kamen mir die Tränen, weil ich niemanden und vor allem nicht mich selbst damit enttäuschen wollte, wegen Geldmangel früher nach Hause zu müssen (das wäre natürlich nicht so schnell der Fall gewesen, aber das geht einem dann eben durch den Kopf, wenn man total deprimiert ist…) und Daniel tat sein Bestes, mich wieder aufzumuntern, was ihm glücklicherweise oft gelang und wofür ich sehr dankbar bin!
Neben der Suche nach Jobs haben wir zudem auch noch versucht, einen Wwoofing-Platz zu bekommen, um wenigstens die Zeit bis zum Start der Arbeit im Packhaus mit möglichst wenig Ausgaben überbrücken zu können, aber auch da hatten wir leider kein Glück (hier ein kleiner Tipp für alle, die vorhaben, irgendwann ,irgendwo Work & Travel zu machen: Kauft euch das Wwoofing-Buch nicht, es bringt einem fast gar nichts, ist viel zu teuer und bei den meisten Leuten geht sowieso der AB dran und wenn man da draufquatscht, ruft nie jemand zurück oder die Leute sagen einem gleich, dass sie eigentlich gar nicht mehr in dem Buch drinstehen sollten und leider keine freien Plätze haben! Wir hatten damit noch nie Erfolg.).
Am Montag, den 06.02.12 hatten wir dann endlich den Durchbruch; wir fuhren mittags mehr aus Langeweile als aus irgendeinem anderen Grund zu McDonald’s, um dort das freie Internet zu nutzen und stießen beim gefühlten eine millionsten Blick auf die Jobseiten auf eine neue Anzeige, in der stand, dass in Motueka (da wo wir jetzt sind) zwei Leute zum Applethinning (der gleiche Job, den wir in Napier kurzzeitig hatten) gesucht würden. Nils griff also sofort zum Telefon und sprach auf den Anrufbeantworter, dass wir die perfekten Arbeiter für ihn wären, die Erfahrung und Motivation hätten und uns zudem im angegebenen Ort befänden. Fünf Minuten später klingelte sein Handy und unser jetziger Contractor (derjenige, der Leute einstellt) teilte uns mit, dass wir uns in 10 Minuten treffen könnten und er uns alles Weitere mitteile. Gesagt, getan und am Nachmittag brachte er dann noch die Verträge vorbei. Allerdings wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob wir zwei Mädels auch anfangen können zu arbeiten, da es in der Anzeige ja hieß, dass nur zwei Leute gesucht würden und der Contractor musste erst noch den Manager fragen, ob das in Ordnung gehen würde.
Am nächsten Morgen klingelte dann für uns alle um 6:30 Uhr der Wecker und wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt an der Plantage. Dort angekommen bekamen wir gleich erstmal einen deftigen Streit zwischen Manager bzw. Contractor und zwei Franzosen, (die wir im Endeffekt ersetzt haben) mit, da die mit irgendwas total unzufrieden waren und dann rausgeschmissen wurden, weil sie sich dementsprechend verhielten oder so ähnlich. Machte auf uns natürlich einen super Eindruck, aber der Manager konnte die Situation relativ gelassen entschärfen und teilte uns, nachdem die Franzosen mit rauchenden Köpfen abgezogen waren, mit, dass wir Mädels auch sofort anfangen könnten, wenn wir wollten. Wollten wir und los gings! Vorher guckten wir uns allerdings noch die Unterkunft an, in die wir hätten einziehen können und was sich eigentlich anbot, da sie zur Plantage gehörte und praktisch direkt neben der Arbeit war, aber nach einem zweiten Blick nach dem ersten Arbeitstag entschieden wir uns doch dafür, auf dem Campingplatz zu bleiben und eine kurze Fahrt in Kauf zu nehmen, weil es da wirklich aussah wie im Saustall; überall Dreck und Müll, überquellende Mülleimer mit Bierflaschen und die Bewohner, also unsere Kollegen, waren auch nicht so die Leuchten, dass man den ganzen Feierabend mit denen hätte verbringen wollen. Da war uns unser gemütliches Zelt und die Luftmatratze mit Schlafsack doch lieber!
Die letzten Tage haben wir also viel gearbeitet, richtig gut Geld gemacht und sind jeden Abend totmüde ins Bett gefallen. Letzten Freitag stellten Daniel und ich dann fest, dass eine unserer Zeltstangen durchgebrochen war und fuhren sofort in den Ort, um sie reparieren zu lassen, was Gott sei Dank im dritten Geschäft auch möglich war. In der Zeit des Reparierens haben wir uns dann im Laden (einem Sport- und Outdoorgeschäft) eine Viertelstunde damit beschäftigt, Schlafsäcke anzugucken, auf einem Gymnastikball zu hüpfen, Baseball zu spielen, Volleybälle auszuprobieren, Softair-Pistolen und sämtliches Campingzubehör zu bewundern; von Super-Zelten, über minikleine Campingstühle, zur Klokabine für draußen und dem absoluten Highlight, dem Campingstaubsauger. Und am Ende haben wir dann alle Angelstühle ausprobiert und gewartet, bis die Stange fertig war.
Das Wochenende verbrachten wir mit Filme-Gucken, Einkaufen und Entspannen und am Montag ging es um acht wieder zur Arbeit. Dienstag hat es in Strömen geregnet, sodass wir nicht arbeiten mussten und Mittwoch hatten wir auch schon den letzten Arbeitstag, weil es dann auf der Plantage nichts mehr zu tun gab. Jetzt planen wir die fünftägige Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark, die wir nun als nächstes machen wollen und genießen die Sonne. Und dann geht hoffentlich bald die Arbeit im Packhaus los, damit wir uns auch alles Weitere hier ohne Sorgen finanzieren können. ;-)
Ihr seht, trotz kleiner Tiefpunkte geht es uns im Großen und Ganzen immernoch gut, wir lieben den Sommer hier (wovon ihr ja im zugefrorenen Deutschland momentan nur träumen könnt ;-) ) und freuen uns auf alles was noch kommt.
Wir vermissen euch und haben euch lieb!
Eure Beccy und euer Daniel! :-*

Samstag, 28. Januar 2012

Work & Travel ohne „work“?

Seit acht Tagen sind wir nun schon auf der Südinsel, haben aber leider noch nicht allzu viel davon gesehen, weil wir die meiste Zeit des Tages mit der Suche nach Jobs verbringen. Und diese erweist sich als sehr sehr sehr schwer und ich weiß jetzt schon, dass ich spätestens nach meiner Ankunft in Deutschland einen Reisebericht an die Organisation schicken werde, in dem ich denen mal ordentlich die Meinung geige! Am Anfang beim Workshop im Office in Auckland klang das Ganze nämlich so: „Ihr seid ja hier, um zu reisen und gelegentlich mal einen Job anzunehmen. Wenn dem so ist, geht ihr einfach mit einem Stapel Lebensläufe los, geht in jedes erdenkliche Geschäft und fragt nach einem Job. Und schwupp die wupp habt ihr einen. Eeeeeasy!!!“ DAS IST NICHT SO!!! Und wenn man nicht als reicher Mensch hier herkommt (und Backpacker sind gewöhnlich nicht reich, dann wären sie einfach nur Touristen), muss man gezwungenermaßen nach einiger Zeit einen Job finden. Aber mittlerweile wissen wir schon gar nicht mehr, wo wir noch suchen sollen... Wir haben sämtliche (und das sind viele!) Internetseiten zum Thema Jobs durchsucht, wir kaufen Zeitungen und lesen die Jobangebote, blättern uns in den Gelben Seiten dumm und dämlich, wir haben über 105 Nummern angerufen, in Geschäften nachgefragt und... NICHTS! Was soll das? Work & Travel ohne „work“? So haben wir uns das nicht vorgestellt! Und warum sind wir anscheinend immer zur falschen Zeit in den Orten, wo es angeblich hunderte von freien Stellen auf Obstplantagen gibt?
Irgendwann ist auch des Backpackers Geduld und vor allem Budget erschöpft und was sagt einem das Office nach einer verzweifelten Mail mit dem Inhalt „Wir brauchen dringend Arbeit, gebt uns einen Tipp, aber bitte keine Internetadresse!“? RICHTIG: Guckt doch mal auf folgende Internetseite... Ein bisschen veralbert fühlt man sich da schon. Und vor allem fragt man sich, wo um alles in der Welt haben diese Leute ihre Informationen her, dass alles ja soooo einfach hier wäre?!
Genug aufgeregt...
Jedenfalls ist die Stimmung momentan eher ein wenig gedrückt, aber wir versuchen uns mit netten Gesprächen, Kartenspielen und Geocachen wieder aufzubauen (nachdem wir den halben Tag mit der Jobsuche verbracht haben) mit dem Hintergedanken, dass es bald wieder besser wird. Und jeden Morgen begrüßt uns unsere Zeltente Frieda mit ihrem leisen Piepsen, wenn sie wieder ein Stückchen Toast möchte und dafür sogar auf unseren Schoß klettert.

Sobald wir Arbeit und neues Internet haben (unsere derzeitige Internetzeit läuft Dienstag ab), teile ich es euch freudig mit!

Viele viele Grüße und Umarmungen an alle!

Beccy & Daniel

Satz der Woche: "Jobs? No, sorry."

Sonntag, 22. Januar 2012

South Island, Sun and Sandflies!

Wir sind angekommen! Wo? Auf der Südinsel natürlich!

Leider habe ich es doch nicht mehr geschafft, einen Blog zu schreiben, bevor wir Napier verlassen haben, aber das nehmt ihr mir sicher nicht übel. ;-)
Bevor wir uns aber auf den Weg nach Wellington gemacht haben, hatten wir ja noch ein paar Tage in Napier übrig, in denen wir noch einmal die Hitze und die Gemütlichkeit im Hostel genutzt haben. Und was uns ganz besonders gefreut hat, war die Tatsache, dass Nane uns am Sonntag besuchen kam, die ja nun auch in Neuseeland angekommen ist.
Vorher haben wir vor dem Hostel unser Auto geputzt, gesaugt und gewaschen, weil das wirklich dreckig war...
Nach Nanes Ankunft gab es natürlich Einiges zu erzählen und abends haben wir dann die Vorbereitungen für das Tongariro Alpine Crossing am nächsten Tag getroffen (das ist ein 19km langer Wanderweg im Tongariro National Park und einer der zehn beliebtesten der Welt!). Heißt, Lunchpakete gemacht, Trinkflaschen gefüllt, überlegt, was wir alles an Klamotten mitnehmen und dann früh (naja gut, etwas früher als sonst) ins Bett gegangen.
Und ein paar Stunden später – um genau zu sein um 3:40 Uhr – klingelte auch schon wieder der Wecker. Und jetzt kommt die Story überhaupt: Daniel und ich quälen uns nun aus dem Bett, sind ungewöhnlich schnell fertig mit der morgendlichen Prozedur, setzen uns an den Frühstückstisch und wundern uns um 5:05 Uhr, wo Nane denn wohl bleibt und ob sie nicht auch frühstücken möchte, weil wir am Abend zuvor beschlossen hatten, zwischen fünf und halb sechs loszufahren. Daniel geht also los und klopft an Nanes Zimmertür, hört aber nur ein regelmäßiges Atmen von Innen. Also ruft er leise ihren Namen. Nichts passiert... Ich hole also mein Handy von oben und rufe Nane an. Und dann hört man von Innen: das Klingeln verstummt, raschel, raschel... „Scheiße!“ Nunja, soviel zum Thema „Also ich hab kein Problem damit, früh aufzustehen...!“ ;-)
Man muss aber sagen, wir haben es dank Nanes Windeseile noch rechtzeitig geschafft, loszukommen und sind dann sogar noch etwa eine halbe Stunde eher am Treffpunkt gewesen als geplant.
Nachdem Luisa und Nils dann auch angekommen waren, setzten wir uns alle in unser Auto, fuhren zum anderen Ende des Tracks und starteten von dort aus (für die, die sich wundern, warum das Ganze; wenn man mit nur einem Auto gekommen wäre, hätte man sich am Ende der Wanderung mit einem Shuttlebus zu diesem zurückfahren lassen müssen und dafür $35 bezahlt. Dieses Problem konnten wir somit umgehen.)
Das Wetter ließ am Anfang echt zu wünschen übrig und wir zogen schnell Regenjacken an, weil es leicht regnete und der Wind uns fast aus den Latschen blies. Bei der schwierigsten Etappe, den Devil's Starecase (Treppenhaus des Teufels), angekommen, riss der Himmel aber Gott sei Dank auf und als wir schließlich den höchsten Punkt erreichten, war von Regen und Unwetter keine Spur mehr zu sehen und wir konnten die Aussicht auf Vulkanlandschaft, den Mt. Doom (auch in „Herr Der Ringe“ zu sehen), Red Crater, Tongariro (1967m hoch) Ngauruhoe (2291m hoch), den Blue Lake und die Emerald Lakes genießen. Das war einer der schönsten Ausblicke, die ich bisher in Neuseeland hatte!!! An den Emerald Lakes haben wir dann unsere Mittagspause gemacht und dann ging es weiter, hauptsächlich nur noch abwärts, klar irgendwann muss man ja auch wieder runter... Die letzten sechs Kilometer waren eher öde, weil es da im Grunde nur in Schlangenlinien durchs Grüne ging. Dabei haben Daniel und ich uns aber das Gesicht dermaßen verbrannt, dass es sich mittlerweile schon zum zweiten Mal pellt und immernoch wehtut... Am Ende folgte dann noch ein kurzes Stück durch den Regenwald mit einem kleinen Fluss und dann war das Crossing geschafft! Stolz ließen wir noch ein Foto schießen und machten uns dann auf den Weg zurück zum anderen Carpark, um unser Auto wieder abzuholen.
In Taupo haben wir noch bei KFC gegessen und dann fuhren wir die 300km zurück nach Napier ins Hostel.
Die nächsten beiden Tage waren nicht besonders spektakulär, außer dass wir uns am Mittwoch von Nane verabschieden mussten (die Zeit mit dir war super!) und den Abend vorher noch was Leckeres zusammen kochten. Mittwoch ließen wir dann noch unsere vorderen Bremsscheiben am Auto wechseln und begannen, unsere Sachen für die Weiterreise am nächsten Tag zu packen.
Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach langer Verabschiedung von unseren Hosts los in Richtung Wellington oder besser gesagt Richtung Paraparaumu, wo wir uns mit Nils und Luisa beim Southward Car Museum treffen wollten. Natürlich haben wir uns total verfahren und kamen erst 1 ½ Stunden später dort an als geplant... Die beiden waren aber trotzdem noch nicht ins Museum gegangen, weil ihr Fenster noch runtergefahren war und sie das Auto nicht mehr anbekommen haben, um das Fenster hochzufahren. Also mussten wir nach unserer Ankunft Starthilfe geben und konnten dann endlich ins Museum... :-)
Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Geocaches gesucht und dann in Wellington (der Name „Windy Welly“ ist absolut treffend!) ins Down Town Backpackers eingecheckt. Abends ging es dann noch ins Kino (Sherlock Holmes II).
Und vorgestern (Freitag, 20.01.2012) machten wir uns morgens dann auf den Weg zur Fähre zur Südinsel. Bevor wir aber auf die Fähre fahren konnten, mussten wir noch stuuuundenlang in Lane 4 stehen und warten, dass wir mit dem Auto die Rampe hochfahren konnten.
Die Überfahrt haben wir mit Kartenspielen, Essen und Landschaft angucken verbracht und um 13:35 Uhr neuseeländischer Zeit kamen wir in Picton an.
Von dort aus fuhren wir direkt nach Blenheim, trafen dort einige Leute aus dem Hostel in Napier wieder, die uns rieten, wegen Arbeit nicht in diesem Ort zu bleiben. Also gings weiter nach Nelson, wo wir bei McDonald's vier Stunden im Internet verbrachten und 65 Nummern raussuchten, die wir morgen anrufen werden, um schnellstens einen Job zu finden.
Und momentan befinden wir uns auf einem ziemlich abgelegenen, aber schönen und günstigen Campingplatz in Nelson, auf dem uns die Sandflies fast zu Tode stechen – es stimmt also, dass die auf der Südinsel mehr verbreitet sind.
Morgen geht es dann wie gesagt los mit dem Rumtelefonieren und dann hoffen wir, dass wir zu viert Arbeit finden, um Geld für die tollen Sachen zu verdienen, die wir uns noch vorgenommen haben!

Ansonsten geht es uns gut, wir genießen die Wärme und freuen uns über jedes kleine Gespräch mit einem Kiwi (Neuseeländer natürlich).

Wir drücken euch und denken an euch!
Beccy & Daniel

PS: Vergesst nicht, euch die Bilder anzugucken! ;-)

Wörter/ Sätze der letzten fünf Wochen: „Irgendwie ist Weihnachten so weit weg doch ein bisschen komisch...“, „Applethinning ist blöd!“, „Daniel, wir brauchen auf der Südinsel unbedingt und SOFORT Arbeit!“, Südinsel, „Aaaaaah, diese sch*** Sandflies!!!“, „Das heißt 'zum' Warehouse, nicht 'nach' Warehouse!“ (liebe Grüße an Luisa und Nils an dieser Stelle! ;) )

Samstag, 14. Januar 2012

Zeiten ändern sich - und zwar schneller als man denkt...

Wie der Titel schon sagt, hat sich schon wieder einiges geändert bei uns.

Nach unserem dritten Tag beim Applethinning wurde uns mitgeteilt, dass es für uns keine Arbeit mehr gibt... Das hat uns ziemlich aus der Bahn geworfen, vor allem weil wir fest davon ausgegangen sind, dass wir dort ein paar Wochen bleiben können. Nach fieberhaftem Überlegen riefen wir nochmal bei dem Typen vom Hotel an, bei dem wir auch das Interview hatten und siehe da, wir bekamen den Job...! Wir wurden also vorerst für ein paar Tage eingeplant, uns wurde versprochen, wir können bis zu 40 Stunden die Woche arbeiten und "das große Geld" verdienen. Pustekuchen, wie sich nun herausstellte... Innerhalb von drei Tagen haben wir gerade einmal sechs (!) Stunden gearbeitet und mussten dem Kerl auch noch hinterherlaufen, um überhaupt zu erfahren, wann wir wieder arbeiten sollen. Und vorgestern beim Gespräch mit ihm fiel ihm dann nach einem Blick auf den Plan auf, dass ja leider, leider keine Kräfte mehr fürs Housekeeping benötigt werden, wir außerdem wegen unserer zu großen "language barrier" (jaaaa, natürlich!) nicht in der Bar arbeiten können und dann ja nur noch Promotion (Prospekte verteilen auf der Straße) übrig bliebe, wobei wir natürlich längst nicht so viele Stunden wie versprochen kriegen können.
Fazit des Ganzen: Der ach so tolle Chef des Hotels hat keinen Plan, verarscht uns von vorne bis hinten, gibt uns keine Stunden und am liebsten würde ich ihm an die Gurgel gehen! Deswegen haben wir jetzt beschlossen, noch bis nächste Woche Donnerstag zu bleiben (für so lange haben wir das Hostel bezahlt) und uns dann auf den Weg nach Wellington zu machen und von da aus voraussichtlich Freitag mit der Fähre zur Südinsel zu fahren, um dann dort schnellstens Arbeit zu finden. Und bis dahin versuchen wir unseren (hoffentlich nachvollziehbaren) Frust mit spaßigeren Aktivitäten zu vertreiben.

Gestern haben wir uns zum Beispiel mittags auf den Weg zum Cape Kidnappers gemacht, das ist eine Landzunge am südöstlichsten Punkt der Hawke's Bay. Am Kap selbst gibt es eine riesige Tölpelkolonie (siehe Bilder) und unbezahlbare Ausblicke! Um dort hinzugelangen musste man allerdings erst einmal acht Kilometer wandern, mit dem Strand auf der linken und den gigantischen Felsen auf der rechten Seite. Und das bei 30°C! Spaß gemacht hat es trotzdem, vor allem weil es auf dem Weg nicht langweilig wurde. Wir haben z.B. eine große tote Krabbe gefunden und ein kleines Möwenküken, das wahrscheinlich aus dem Nest gefallen war und ein bisschen planlos unterhalb der Brutplätze umherlief. Außerdem konnte man sich nicht sattsehen an den verschiedenen Gesteinschichten der Steilküste, mit ihren vielen verschiedenen Farben!
Als wir dann bei der ersten größeren Tölpelkolonie ankamen, wurden wir Zeugen eines brutalen Naturgeschehens; wir mussten mit ansehen, wie eine große schwarze Möwe ein Tölpelküken aus dem Nest klaute, es totpickte und anfing, es zu fressen... "Aber das ist der Lauf der Natur", versuchte mich Daniel zu beruhigen... Was mich natürlich keineswegs besänftigte, wie ihr euch sicher denken könnt...
Ein paar Minuten später wurden wir von einem netten Mann auf seinem Quad ein Stückchen mitgenommen und wanderten dann den Rest zur Hauptkolonie der Tölpel. Also, da waren wir wirklich beeindruckt! Hunderte von Vögeln sitzen auf ihren Nestern bzw. schon recht großen Küken, putzen sich, bringen Futter, schlafen und lassen sich absolut nicht von den Touristen stören, die nicht mal einen Meter von ihnen entfernt stehen! Und das in freier Wildbahn! Einfach toll!
Auf unserem Rückweg (man bemerke, dass das noch einmal acht Kilometer waren!) gerieten wir dann in einen halben Sandsturm - habt ihr das schonmal erlebt? Man hat das Gefühl, als ob tausend kleine Nadeln auf einen einstechen - vor dem wir uns mit Handtüchern und Sonnenbrillen versuchten zu schützen.
Endlich am Auto angekommen waren wir ziemlich fertig und unser Körper dankt uns nun für den langen Weg mit ordentlichem Muskelkater! ;-)
Im Hostel haben wir dann nur noch schnell was zu essen gemacht und sind dann ins Bett gefallen.

Ich werde noch einen kurzen Blog schreiben, bevor wir hier wegfahren und dann werdet ihr auf der Südinsel wieder von uns hören.

Viele liebe Grüße
Beccy und Daniel

Donnerstag, 5. Januar 2012

Ein Tag im Land der Hobbits

Hier die versprochenen Fakten über das "Herr Der Ringe" Filmset:

-Peter Jacksons Crew entdeckte das "Auenland" aus der Luft und für Jackson stand fest, dass dort alles war, was er für seinen Film suchte (u.a. Party-Baum, Party-Wiese und einen See)
- bevor "Der Hobbit" gedreht wurde, gab es "nur" 35 Hobbitlöcher, jetzt sind es 45
- die Türen der Hobbitlöcher kann man nur einen Spalt breit öffnen, dahinter ist nichts (Innenaufnahmen wurden im Filmstudio gedreht)
-> nur hinter der Tür von "Sam" ist mehr Platz; der letzte Teil endet damit, dass Sam, seine Frau und die zwei Kinder im Haus verschwinden
- jeden Tag kommen Gärtner nach Hobbiton, die 8 Stunden arbeiten, um alles ordentlich zu halten
- einige (künstliche) Bienenstöcke mussten vor dem Dreh wieder entfernt werden, weil Bienen versuchten, sich dort einzunisten
- in der Szene mit dem Feuerwerk (erster Teil) ist nur der Feuerwerksdrache technisch eingefügt, alles andere ist echt!
- wenn man über das Land blickt, sieht man nicht ein einziges Anzeichen des 21. Jahrhunderts (keine Strommasten, Häuser, Straßen etc.)
- ein kleines "Haus" in der Ferne, das Peter Jackson zum Verzweifeln brachte; es war silber und reflektierte, also strichen sie es braun, schmückten es mit Ästen und in den Filmen wurde es somit ein Baum :D
- die große Eiche in der Trilogie wurde in einer anderen Stadt in Neuseeland gefällt, in numerierten Einzelstücken eingeflogen und rekonstruiert, verfaulte aber (weil tot), also wurde letztes Jahr exakt die gleiche Eiche aus Fiberglas hergestellt

New Life, New Year, New Zealand

So, liebe Leute,

nach langer Zeit des Schreibstillstands komme ich nun endlich wieder dazu, euch auf den neusten Stand zu bringen.
Wir sind ja mittlerweile schon seit dem 15.12.2011 im Toad Hall Backpackers in Napier und hier haben wir so Einiges erlebt und wunderbare Menschen kennengelernt (an dieser Stelle ganz liebe Grüße an Luisa, Nils, Henning, Janis, Nana, Phillip, Mira und natürlich Rainer! :) ), von denen die meisten schon längere Zeit hier waren und nun schon wieder weg sind.
Wir werden aber wohl noch ein paar Wochen hier bleiben, weil auch wir endlich einen Job haben! Aber dazu später mehr. Alles schön der Reihe nach...

Wir kamen also am Donnerstag, den 15.12.2011 hier im Hostel an und bekamen für die ersten zwei Tage ein gemütliches Doppelzimmer, was nach wochenlangem Campen doch ganz angenehm war. Diese beiden Tage verbrachten wir dann auch hauptsächlich mit fernsehen, essen (im Zimmer, weil die Küche gefühlte 24 Stunden von Asiaten belegt war...) und äähm... fernsehen. ;-) Nebenbei bemerkt; das Wetter ließ zu wünschen übrig, also hatten wir eine gerechtfertigte Entschuldigung!
Am Samstag, den 17.12. sind wir dann in unseren Twinroom gezogen, in dem wir zusammen im oberen der zwei Betten schlafen. Klappt super, ist aber ein bisschen eng. :D
Die nächsten Tage verbrachten wir damit, ins National Aquarium of New Zealand zu gehen, 27 Weihnachtspostkarten, davon 20 von meiner Seite und sieben von Daniels, zu schreiben, Skip Bo zu spielen, Geocaches zu suchen, eine Partybus-Tour zu machen und nebenbei die Leute im Hostel ein wenig näher kennenzulernen.
Und schließlich, am 24. Dezember, machten wir uns mittags mit Simo (aus Finnland) und Arne (aus Hildesheim, auf den Weg zu den Shine Falls. Das sind 58m hohe Wasserfälle mit einem kleinen See davor, dessen Wasser einem die Füße (und alle anderen Körperteile) gefrieren lässt. Aber die „Männer“ wären ja keine, wenn sie nicht todesmutig ins Wasser gesprungen wären! Ich hab mir das Ganze aus sicherer Entfernung und mit auftauenden Füßen angesehen und fleißig Bilder geschossen.
Abends versammelten sich dann alle im Vorraum des Hostels, denn es war Secret Santa Time. Soll heißen, wir bekamen unsere Wichtelgeschenke. Jeder natürlich von einer ihm „fremden“ Person und mit den tollsten Inhalten. Daniels Geschenk hätte wohl den Titel „Beklopptestes von allen“ bekommen oder was haltet ihr von einer Tüte voller Golfbälle?! Die hatte Arne in Taupo beim Tauchen im See gefunden und wollte sie dann loswerden, weil Backpacker, schwere Tasche und so weiter... Jetzt haben wir die Bälle also im Zimmer liegen. Ich dagegen bin mit meinen Wichtelgeschenken mehr als zufrieden; ein Armband, ein Kiwiana Schnapsglas und ein Schlüsselanhänger. Witzig war auch, dass Jerry (ein waschechter Neuseeländer) und ich uns gegenseitig als Wichtel hatten, was wir natürlich erst hinterher festgestellt haben. :)
Am nächsten Tag, den dann auch die Neuseeländer feierten (bei denen ist ja bekanntlich erst am 25.12. Feiertag), bereiteten wir unsere Gemüseplatte für das Weihnachtsgrillen vor und kurz darauf versammelte sich das halbe Hostel auf der Dachterasse, um u.a. dabei zuzusehen, wie Gerrith (unser Host) das Lamm, Huhn und Rind zubereitete. Hmmm... sooo lecker!
Wir verbrachten also „heiße“ Weihnachten mit Knallbonbons und Sonnenbrand auf dem Dach. Hat sich schon irgendwie komisch angefühlt...
Am zweiten Feiertag machten wir uns morgens in einer Vier-Auto-Karawane, bestehend aus ausschließlich Toyotas, auf den Weg Richtung Te Mata Peak, welcher nur einen von mehreren tollen Punkten Hawke's Bay's darstellte, die uns Jerry wie versprochen zeigte. Als nächstes traten wir eine kleine Wanderung durch den Redwood Forest an, in dem Jerry „seine halbe Kindheit“ verbracht hatte, komischerweise zwischendurch aber immer wieder bemerkte:“ I have no fuckin' idea where we are!“ :D
Wir kamen trotzdem unversehrt am Auto an.
Weiter ging es zu speziellen Wasserfällen (nach Jerry: „fuckin' high“), deren Namen ich leider vergessen habe und in die die Jungs auch sofort per Seil-vom-Baum oder direkt aus dem Wasserfall ins Wasser sprangen, das wieder einmal eisig kalt war...
Den letzten Stopp machten wir schließlich beim Ocean Beach, der einfach nur wunderschön und einen zweiten Ausflug wert ist!
Das nächste besondere Erlebnis hatten wir dann am Freitag, den 30.12.11, als Mira, Luisa und ich morgens um vier beschlossen, wir könnten nun auch noch so lange wach bleiben, bis die Sonne aufgehe und uns den Sonnenaufgang auf dem Dach angucken. Gesagt getan, nicht ohne vorher noch die schon schlafenden Jungs zu wecken (mehr oder weniger sanft...), die daraufhin natürlich auch mitgucken wollten.
Wir haben also festgestellt: Hier in Napier geht momentan etwa um 4:50 Uhr die Sonne auf und man muss den Sonnenaufgang einfach mal gesehen haben, weil er so schön ist!
Nachdem wir folglich den halben Freitag damit verbrachten, zu schlafen, gingen wir dann Samstagmittag (31.12.2011) einkaufen, um letzte Besorgungen für die Cocktailparty am Abend zu machen. Abends wurde sich dann schick gemacht, und nach unten in den Frontroom des Hostels gegangen, in dem schon Einige fleißig am Trinken waren... Den Silvesterabend verbrachten wir hauptsächlich mit Unterhaltungen, Billard spielen, ein bisschen was trinken und mit dem Warten auf 0:00 Uhr. Könnt ihr euch vorstellen, dass die hier kein „Dinner for One“ kennen? Nichtmal davon gehört! Das hat mich schockiert und auch wirklich gefehlt an dem Abend...
Als es dann endlich soweit war, versammelten sich wieder alle auf dem Dach, um das öffentliche Feuerwerk anzugucken – hier dürfen Privatpersonen an Silvester kein Feuerwerk zünden, weil die Brandgefahr im Dezember zu hoch ist, deshalb gibt es Feuerwerkskörper auch schon im November zu kaufen, wenn es auch noch erlaubt ist, sie abzufeuern. Ich muss sagen, es war einmal eine Erfahrung wert, den Jahreswechsel am anderen Ende der Welt in einem Hostel mit vielen netten Menschen zu verbringen, aber ich habe gerade in diesem Moment sehr an meine Familie gedacht und ein kleines Tränchen vergossen, weil mir klar wurde, dass ich euch und die gemütliche Weihnachtszeit doch sehr vermisst habe!
Der Moment verflog aber schnell, als sich alle in die Arme fielen und sich gegenseitig ein frohes neues Jahr wünschten und weiterfeierten. Nach ausgiebigem Skypen mit den Mamis und Papis und anschließendem Fertig-Machen-fürs-Bett ging es dann auch für uns um 6.30 Uhr ins Bett.
Neujahr verbrachten wir abends mit allen, die am nächsten Tag abreisten, im Dining Room und mit Luisa und Nils planten wir unsere Tour nach „Hobbiton“ (dem „Herr Der Ringe“- Filmset).
Dorthin machten wir uns dann am nächsten Tag (02.01.2012) auf den Weg und kamen gerade noch rechtzeitig zur letzten Führung um 16.05 Uhr im „Auenland“ an... Wir hatten die knapp 300km doch etwas unterschätzt...
Zu Hobbiton kann man nur eins sagen: „Absolutely great!!!“ Da vor sechs Wochen erst der Dreh des „Hobbits“ beendet wurde, ist das gesamte Filmset noch perfekt dekoriert, die Hobbitlöcher sind einfach nur süß und das gesamte „Auenland“ sieht aus wie eine Märchenwelt und man kann sich genau vorstellen, wie die kleinen Hobbits über die Wiesen laufen und wie Gandalf mit seinem Gefährt um die Ecke kommt und Bilbo Beutlin begrüßt! Ich werde gleich noch einen extra Blog schreiben, in dem ihr ein paar Facts über den Dreh und das Filmset von „Herr Der Ringe“ erfahrt. Das ist uns ja wenigstens erlaubt... Wir dürfen nämlich bis voraussichtlich 2013 (bis zum Erscheinen des zweiten Teils des „Hobbits“) keine Bilder ins Internet stellen, das verbietet New Line Cinema! Ihr müsst euch also gedulden bis wir wieder da sind...
Nach der atemberaubenden Besichtigung sahen wir uns noch eine Schafschur an und machten uns schließlich um etwa 20:00 Uhr auf den Rückweg nach Napier, nachdem wir uns von Mira, Nils und Luisa verabschiedet hatten, die in eine andere Richtung weiterfuhren.
Nach plötzlichen Regenschauern und Nebelwänden im Dunkeln kamen wir endlich um 0:00 Uhr in Napier an und machten noch schnell ein paar Bilder bei der begeh-/beschwimmbaren Fontäne an der Marine Parade.
Dienstagmorgen (03.12.2012) fanden wir das Hostel furchtbar leer vor, weil am Tag zuvor auch noch der Rest der Deutschen abgereist war. Nachmittags machten wir uns mit Henning auf den Weg zum Hotel gegenüber, weil wir im Hostel einen Jobaushang gesehen hatten und wir ja noch unbedingt auf der Suche waren. Das Interview erwies sich zunächst als ganz nett und Chris (angeblich der Besitzer des Hotels) stellte uns die Lage so dar, dass wir alle quasi den Job schon sicher hätten und auf jeden Fall noch an diesem Abend einen Anruf mit einer Zusage bekämen.
Irgendwann fanden wir ihn einfach nur noch nervig, weil er seinen offensichtlichen Reichtum einfach nicht verbergen konnte UND weil keiner von den Bewerbern am selben Tag einen Anruf bekam! Gott sei Dank ergab sich für Daniel und mich am Abend noch unser jetziger Job, sodass wir nicht verzweifelt vorm Telefon saßen und auf das Klingeln warteten.
Womit wir in der Erzählerei auch „schon“ bei gestern angekommen sind. Da hieß es nämlich nach langer Zeit mal wieder: Aufstehen um 6:30 Uhr! Unser erster Arbeitstag auf der Obstplantage stand an! Dort werden wir jetzt wahrscheinlich so an die vier Wochen arbeiten, bis wir genügend Geld zusammen haben, um die Fähre auf die Südinsel und anschließendes Reisen finanzieren zu können.
Aber was genau machen wir auf der Obstplantage?! Ganz einfach: Applethinning. Ihr wisst nicht was das ist? Kann ja nicht sein! ;) Applethinning bedeutet soviel wie „Apfelbäume ausdünnen“. Das heißt, wir pflücken „überflüssige“ Äpfel von den Bäumen, die sich beispielsweise gegenseitig beim Wachsen behindern würden und eine schlechtere Ernte bedeuten würden. So stehen wir also 10 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche (vorausgesetzt das Wetter ist gut) in der prallen Sonne auf der Leiter und pflücken lustig Äpfel. Heute, Donnerstag, dem 05.01.2012, an unserem zweiten Tag (und übrigens auch Jahrestag von Beccy & Daniel!), haben wir schon festgestellt, dass das unglaublich langweilig und auf Dauer echt anstrengend ist, aber wir ziehen das durch, wir sind ja schließlich hier, um an unsere Grenzen zu gehen und Dinge zu machen, die wir in Deutschland wahrscheinlich niemals hätten ausprobieren können! ;)
Achja, übrigens haben wir heute, zwei Tage nach dem Interview im Hotel, einen Anruf bekommen, dass wir den Job kriegen können! Wäre ideal, weil nur eine Minute vom Hostel entfernt und nicht wetterabhängig, ABER ich habe Chris gesagt, dass wir nur anfangen können, wenn Henning auch eingestellt wird, weil wir momentan seine Mitfahrgelegenheit zur Plantage sind und wir ihn nicht einfach so hängen lassen wollen. Daraufhin sagte Chris, dass er mich zurückrufe, was bis jetzt, 22:00 Uhr, nicht geschehen ist... Schade, aber kann man nicht ändern. Wir haben immerhin einen Job, bei dem wir, wenn wir uns nicht doof anstellen, relativ gut Geld verdienen (wir werden nach Bäumen bezahlt, also je mehr Bäume, desto mehr Geld... Wir üben uns in Lichtgeschwindigkeit. ;) )

Und nun ruft das Bett, morgen müssen wir früh aufstehen...

Viele viele Grüße an alle und nicht zu vergessen: Ein frohes und gesundes neues Jahr 2012 an Euch!

Beccy & Daniel

Freitag, 16. Dezember 2011

Weihnachtszeit in Neuseeland

Hello again...

Dank Gundas Hinweis, dass wir ja gar nicht beschrieben haben, wie es hier so zur Weihnachtszeit ist, kommt auch zu diesem Thema noch ein kleiner Satz. ;-)
Ehrlich gesagt, haben wir das völlig vergessen, mit aufzunehmen...

Also, wir kommen hier eher schlecht in Weihnachtsstimmung, weil das bei 30°C und sengender Hitze irgendwie nicht geht. Wir sind ja schließlich anderes gewöhnt.
Seit Mitte November sind hier die Supermärkte und andere Läden weihnachtlich geschmückt, im Fernsehen läuft die übliche Weihnachtswerbung mit Schnee und Glöckchen usw. und auch auf den Straßen sind immer mehr Lichter und andere Dekorationen zu finden. Außerdem kann man überall "Christstollen", "Weinbrandbohnen" und Leibnizkekse kaufen. Schon witzig, wenn man zwischen den ganzen englischen Produkten immer wieder deutsche Sachen findet!
Auch die Verkäufer arbeiten vermehrt mit Weihnachtsmützen (und Flip Flops) und natürlich ertönen überall die uns sehr bekannten Weihnachtslieder. (Ich dachte, ich kann "Last Christmas" wenigstens einmal entkommen...!)
Weihnachten (Christmas Day) an sich wird hier am 25. Dezember gefeiert, am 26. Dezember ist Boxing Day (Vor vielen Jahren war es in Großbritannien gängige Praxis, dass Angestellte am Tag nach Weihnachten, wenn die Arbeit wieder aufgenommen wurde, mit kleinen Schachteln (Boxen) zu ihren Arbeitgebern gingen, um sich damit ihren Jahresbonus abzuholen.).


Das war also der kleine Einblick, wie man Weihnachten in Neuseeland feiert. :-)

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Doch nicht so einfach wie wir dachten...

Hallo Leute,

es gibt wieder ein paar Neuigkeiten, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

An unserem letzten Tag in Rotorua dachten wir uns, wir müssten unbedingt noch eines der vielen Must-Do's der Stadt mitmachen und so meldeten wir uns für das Tamaki Maori Village an, bei dem man die Kultur der Maori noch einmal richtig miterleben und sogar an einem Hangi teilnehmen konnte! Der ganze Spaß kostete ein (für Backpacker) mittelgroßes Vermögen, aber was tut man nicht alles, um hinterher sagen zu können: „Ja, das haben wir auch gemacht!“ Nun wurden wir also nachmittags um fünf von Aroha, unserer netten Busfahrerin abgeholt, die uns und etwa 20, sich wie Teenager in der Pubertät befindenden Deutschen zu besagtem Dorf fuhr. Dieses durften wir erst nach einer Begrüßungszeremonie der Bewohner betreten und dann umherwandern und beispielsweise den Haka lernen oder zusehen, wie Flachskörbe hergestellt werden. Dann durften wir einen kurzen Blick auf unser Essen werfen, das von den auf der Busfahrt ernannten „Chiefs“ ausgegraben wurde. Zur Erklärung: Ein Hangi ist das auf Steinen gegarte Essen unter der Erde. Weiter ging es ins Versammlungshaus, wo die Maori-Familie typische Tänze, Gesänge und Erzählungen vorstellte. (Dabei bin ich fast ausgeflippt, weil die neben mir sitzende, alte Dame halb auf meinem Schoß saß, da sie sich, um besser sehen zu können, immer weiter herrüberlehnte und dann auch noch bei den Gesängen ihre nicht vorhandenen Gesangskünste unter Beweis stellen wollte...)
Nach der Vorstellung konnten dann alle in den Speisesaal gehen und das Hangi zu sich nehmen. Dazu kann man sagen, dass es eine Erfahrung wert ist, aber wer nicht allzu sehr auf nach Rauch schmeckende Nahrungsmittel steht, sollte das Geld lieber sparen.
Nach der folgenden Abschlusszeremonie wurden alle Gäste wieder in ihre Busse verfrachtet und von den jeweiligen Busfahrern zurück zu ihren Unterkünften gebracht. In unserem Bus lief das Ganze so ab: Auf der Fahrt sollte jedes vorhandene Land ein für sich typisches Lied singen. Wir hörten also Lieder aus Australien, Canada, Japan, Afrika und Israel. Und als die Deutschen dranwaren, dominierte natürlich das Gebrüll der „Klassenfahrtsgruppe“ und jetzt ratet mal, welches für Deutschland urtypische Lied sie singen mussten...?! Genau, „Das rote Pferd“!!! Und danach noch die Nationalhymne, die sie noch nicht einmal bis zur Hälfte beherrschten! Megapeinlich und wir haben uns schon fast geschämt, die gleiche Nationalität zu besitzen...
Nachdem besagte Gruppe an ihrem Hostel abgeliefert war, folgte eine lustige und weitaus ruhigere Weiterfahrt, auf der Aroha nach einer Weile selbst anfing zu singen („Hab' ne Tante aus Marokko“ auf Englisch) und dabei wie wild dreimal in einem Kreisel im Kreis fuhr. :-)
Fazit des Tages: $110 haben sich unserer Meinung nach für das ganze Spektakel nicht gelohnt, weil alles sehr inszeniert wirkte und das Ganze mehr einer Massenabfertigung für Touristen als dem authentische Darstellen des Maori-Lebens glich. Zudem war die Vorführung der Familie eher mittelmäßig im Vergleich zu der, die wir im sehr viel günstigeren Dorf am Tag davor gesehen hatten. Aber gut, wir waren einmal dabei...
Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Zusammenpacken des Zeltes im Regen los Richtung Taupo, natürlich nicht, ohne vorher noch ein paar Geocaches für den Weg rauszusuchen.
In Taupo checkten wir im Top 10 Holiday Park ein (der einfach nur super war!), bauten unser Zelt auf – darin sind wir mittlerweile Profis – und gingen dann auch kurz darauf schlafen.
Den nächsten Tag verbrachten wir ausschließlich mit Geocachen (das ist ein guter Weg, Orte genauer kennenzulernen und herumzukommen) in der Nähe des Lake Taupo, dem größten See Neuseelands und den Darauffolgenden (wir befinden uns beim 06.12.2011) damit, den Honey Hive anzugucken. Das ist eine Art Shop, in dem man alles zum Thema „Honig“ findet, u.a. viele verschiedene Metsorten, Kerzen, Seifen und andere Kosmetika, Honigeis und natürlich Speisehonig. Außerdem konnte man sich einen Bienenstock in einem Glaskasten und ein sehr informatives Video rund ums Imkern und das Leben einer Biene ansehen. Wir verbrachten also dort ungefähr 1 ½ Stunden und kauften am Ende ein Honigeis, Pohutukawahonig und diverse Neuseeland-Buttons.
Um unser neu gewonnenes Wissen über Bienen auch mit euch zu teilen, hier mal ein paar Facts:
→ Arbeiterbienen leben nur 45 Tage
→ Bienen müssen für 1/12 Teelöffel Honig zu 500 Blüten fliegen
→ wegen der/des proteinreichen Pollen/Nektars ver3000fachen die Bienenlarven in den Waben ihr Gewicht innerhalb von ein paar Tagen
→ der Stachel einer Biene bleibt nach dem Stich in der Haut und lebt dort für kurze Zeit selbstständig weiter, während die Biene stirbt
→ schon 16 Sekunden nach dem Schlüpfen fangen Arbeiterbienen instinktiv an zu „arbeiten“ und putzen die Waben für neue Eier (das ist ihr erster Job)
→ nach wenigen Tagen beginnen sie ihren zweiten Job, bei dem sie das Füttern und Versorgen der Larven übernimmt
→ wieder ein paar Tage später beginnt sie ihren dritten Job, der das Bewachen und Verteidigen des Bienenstocks beinhaltet
→ erst nach der Hälfte ihres kurzen Lebens beginnt die Arbeiterbiene dann, außerhalb des Bienenstocks zu arbeiten und Nektar und Pollen zu sammeln

Den Tag ließen wir mit einem kurzen Stopp bei den Huka Falls ausklingen, bei denen es sich eher um einen reißenden Fluss als um Wasserfälle handelt, die aber dennoch fantastisch sind und man dort besonders gut die Gewalt der Natur zu Gesicht bekommt.
Übrigens haben wir völlig vergessen, dass an dem Tag Nikolaus war...

Am Mittwoch, den 07.12.2011(aufgrund von Netzmangel im tiefsten Busch konnten wir Tami leider nicht zu ihrem Geburtstag anrufen, das haben wir dann zwei Tage später nachgeholt) haben wir in Taupo dann unser Zelt abgebaut und nach einem abschließenden Besuch im Volcanic Centre, in dem wir u.a. ein Erdbeben der Stärke 6,3 (so stark waren zwei der drei Erdbeben in Christchurch dieses Jahr) in einem Simulator „miterlebt“ haben, fuhren wir los Richtung Gisborne.
Der Weg führte uns auf einer unbefestigten Straße direkt durch den Busch, vorbei an abgestürzten Felsen und Abgründen direkt neben uns. Das war irgendwie aufregend! :-) Zwischendurch bekamen wir leichte Panikanfälle, da wir ein wenig besorgt um den Benzinstand waren.
Kurz vor dem Dunkelwerden und nur noch 1/4 Tank haben wir uns dann auf einem DOC-Campingplatz (der bestand aus einer Wiese und einem Plumsklo) im Auto eingerichtet und eine gar nicht mal so ungemütliche Nacht verbracht.
Am nächsten Tag ging die kilometerlange Fahrt durch den Busch weiter, vorbei an einem tiefblauen See, den wir von der höher gelegenen Straße betrachten konnten.
Endlich in Gisborne angekommen schlugen wir mal wieder das Zelt auf und am nächsten Tag, dem 09.12.2011 klapperten wir sämtliche Packhäuser ab, füllten Bewerbungsformulare aus und fragten noch in Cafés nach Jobs. Aber irgendwie war das Glück nicht mit uns und nach den fünf Tagen Aufenthalt waren wir kein Stück weiter...
Also fuhren wir vorgestern los nach Napier.
Auf dem Weg dahin fanden wir bei einem unserer Fotostopps ein totes Schaf am Straßenrand, das fürchterlich gestunken hat...
In Napier hat uns dann der Preis für einen popligen Zeltplatz ($38 pro Nacht und Person) fast aus den Latschen gehauen und nach zwei Tagen dort sind wir nun in einem Hostel, in dem wir für ein Zweibettzimmer nur $15 pro Nacht bezahlen! Hier bleiben wir jetzt also über Weihnachten und Silvester und vielleicht noch länger, je nachdem wie schnell wir Arbeit finden und wie lange wir dann bleiben können.

Und je nachdem, wann wir wieder etwas Erwähnenswertes zu berichten haben, hört ihr dann auch wieder von uns. :-)

Achja, was interessant ist, ist die Tatsache, dass in vielen der Orte, in denen wir vor kurzem noch waren, jetzt irgendwas passiert. In Rotorua hat ein großer Supermarkt gebrannt, in Whangarei ist eine Gasleitung geplatzt... Und da wo wir noch hinwollen, (Nelson auf der Südinsel) sind jetzt durch starkes Unwetter und Flut ganze Straßen „weggespült“ worden. Die Aussichten sind also gut. ;-)

Falls ihr euch über fehlende außergewöhnlichen Aktivitäten wundert; dafür müssen wir erst wieder Geld verdienen, denn hier ist selbst das Besichtigen der Natur teilweise sehr teuer! Dann könnt ihr euch sicher denken, was alleine Kanufahren oder Tauchen kostet...

Viele liebe Grüße an alle, besonders an Mamas, Papas, Bruder und Isa! :-*  

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Von wunderschönen Buchten und stinkenden Städten

Ja, es wird mal wieder Zeit, den Blog zu aktualisieren... Aber da wir in der letzten Zeit unser Geld für alles, aber nicht für Internet ausgegeben haben, war das ein wenig schwierig. Dafür wird dieser hier mal wieder besonders lang. Sorry! ;-)

Wie ihr Daniels letztem Eintrag schon entnommen habt, haben wir Kerikeri also vor mittlerweile zwei Wochen verlassen (am 17.11.2011) und haben den ersten Stopp beim Matauri Bay gemacht. Danach sind wir weiter zum Tauranga Bay gefahren und haben dort auf dem Campingplatz das erste Mal unser Zelt aufgeschlagen und zwar so, dass wir direkt aufs Meer gucken konnten, wenn wir im Zelt saßen.
Nach der Nacht dort haben wir dann festgestellt, dass wir unbedingt eine Luftmatratze brauchen, weil es sich auf Isomatten doch ganz schön hart schlafen lässt...
Am nächsten Tag ging es weiter nach Whangaroa Harbour, wo wir etwas enttäuscht waren, da der Ort nun doch nicht sooo schön war wie gedacht und auch nicht besonders viele Attraktionen zu bieten hatte. Also haben wir dort nur einen Wandertrack zum St. Paul's Rock gemacht, wobei das erste Mal unsere Kletterkünste gefragt waren, da man nur so nach ganz oben kam. Dafür hat es sich aber allemal gelohnt, weil die Aussicht von oben atemberaubend war!
Wieder unten angekommen, fuhren wir weiter zum Taupo Bay, wo wir uns eine Cabin mit Fernseher und kleiner Küche gönnten und den Rest des Tages mit Schaukeln (ja, das haben wir gemacht und unsere Kindheitserinnerungen aufgeweckt) und am Strand sitzen verbrachten.
Am Sonntag (20.11.2011) kamen wir dann mit der Fähre in Russell an, wo wir zwei Nächte verbrachten. Und dort hatte ich auch prompt am nächsten Morgen ein besonders lustiges Duscherlebnis... Für die Duschen brauchte man eine 50 cent Münze, um sechs Minuten heiß duschen zu können. Die warf man draußen vor der Dusche in einen kleinen Kasten. So... ich dachte, man könne die Zeit zwischendurch anhalten, indem man die Dusche ausdrehte. Nunja... falsch gedacht... So stand ich dann also völlig eingeschäumt in der Dusche, wollte diese andrehen und … nichts! UND da die Duschen zu der Zeit kurzfristig unisex (also für beide Geschlechter zugänglich) waren, da die Männerkabinen gerade gereinigt wurden, stand auch gleich noch ein Typ vor mir, nachdem ich mir, in der Hoffnung, es nicht allzu sehr zu durchnässen, mein Handtuch umband und aus der Dusche ging. Natürlich erwies sich eben dieser Typ auch als Deutscher und auch er hatte leider nicht noch eine 50 cent Münze für mich, sodass ich also den ganzen Weg zu unserer Cabin lief, um mir eine neue Münze zu holen und mein Duschen endlich beenden zu können...

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Geocachen und sahen somit einiges von Russell. Ist ein hübscher kleiner Ort am Hafen mit einigen alten Gebäuden und der ältesten Kirche Neuseelands.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Whangarei, wobei die Straßen das erste Mal ziemlich kurvig und mit Baustellen gespickt waren. In Tutukaka (nicht Titikaka) aßen wir einen riesigen Burger und tranken einen Kakao, um danach weiter zu fahren und uns in Whangarei auf einem Campingplatz niederzulassen.
Und dazu muss man sagen, dass das auch ganz gut war (das Niederlassen), also dass wir nicht nochmal mit dem Auto los sind, weil sich nämlich am nächsten Morgen (liebe Grüße an Papa, das war nämlich dein Geburtstag), als Daniel ins Auto ging, um Sachen fürs Frühstück zu holen, prompt und völlig aus dem Nichts der linke Vorderreifen verabschiedete, indem er ein lautes „Peng“ und ein darauffolgendes „Pffffff...“ von sich gab...
Man darf wirklich nicht darüber nachdenken, was hätte passieren können, wenn wir das auf der kurvigen Straße mit Serpentinen und Abhang an den Seiten erlebt hätten...
Ist es aber zum Glück nicht und so fragten wir nach kurzem Schock einen Mitarbeiter des Parks um Hilfe beim Reifenwechsel und fuhren direkt danach zum nächsten Reifenhändler in der Stadt. Dort konnte die nette Dame aber zunächst nichts am Reifen finden, nachdem sie ihn aufgepumpt und in Wasser gelegt hatte und wir wiesen sie darauf hin, dass uns das Ventil ein wenig porös erscheine. Ein Mitarbeiter bestätigte unseren Verdacht dann und sah sich auch noch die anderen Reifen an, weil wir ja nun doch ziemlich besorgt um diese waren. Aber er gab uns grünes Licht und mit einem neuen Ventil und nur $10 weniger konnten wir weiterfahren.
Nachmittags besichtigten wir noch Clapham's Clock Museum, in dem sich die größte Uhrensammlung der südlichen Hemisphäre befindet (knapp 1400 Uhren).

Der darauffolgende Tag erwies sich als Premierentag in zweierlei Hinsicht. Zum Ersten fuhren wir zum Kiwi House und sahen den ersten Kiwi live (und die sehen ja so tollpatschig aus, wie sie mit ihren langen Beinen und dickem runden Körper durch die Gegend laufen) und zum Zweiten waren wir das erste Mal bei KFC essen, wobei ich sagen muss, dass das auch nichts Besonderes ist... ;-)
Abends waren wir noch im Kino und haben „Contagion“ geguckt – wie heißt der Film eigentlich auf Deutsch? -

Am Freitag (25.11.11) machten wir mal wieder einen Wandertrack zu einem Wasserfall (mittlerweile haben wir viele davon gesehen) und abends zurück verlängerten wir den Aufenthalt um eine weitere Nacht, was die lustige Dame an der Rezeption „very spookyyyyy“ fand, weil sie in dem Moment gerade dabei war, unsere Namen von der Liste zu streichen... :-D

Auf dem Weg zum Goat Island Bay am nächsten Tag haben wir uns mal wieder verfahren (das kommt öfter mal vor, weil ich die Karte falsch lese oder Daniel meine „Anweisungen“ beim Fahren überhört...), aber dafür sind wir dabei einer ganzen Kuhherde begegnet, die mitten auf der Straße auf uns zukam.
Beim Goat Island Bay haben wir dann am nächsten Tag (Sonntag, 27.11.11) eine Fahrt mit dem „glass bottomed boat“ gemacht, bei dem man durch den Boden auf den Meeresgrund gucken und somit die faszinierende, aber nicht allzu bunte Unterwasserwelt und u.a. Leatherjacket, Snapper und riiiiesige Rochen betrachten konnte.
Dann ging es mit Highspeed weiter durch Auckland, mit kurzem Stopp zum Tanken und weiter Richtung Coromandel, wo wir mitten auf dem Highway zwei kleine Welpen fanden und deren Besitzer, der nach einer gefühlten Ewigkeit langsam von einem der Grundstücke ohne Zaun kam, erklärte, dass die gerne mal rumlaufen... Hallo? Auf dem Highway?? Zwei Welpen?? Der hat wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank und dem sollten die Hunde weggenommen werden, die sich im Übrigen hinter uns versteckten, als er versuchte, sie wieder einzufangen... Also wir hätte sie ja gerne mitgenommen...

Beim Einkaufen stellten wir dann fest, dass unser Geld langsam knapp wird, weil das Bezahlen vom Neuseeländischen Konto bei Daniel nicht mehr möglich war...

In Coromandel checkten wir in der Tui Lodge ein und fuhren am nächsten Tag (Montag, 28.11.11) in ein kleines Café, um unsere finanzielle Lage online zu überprüfen. Diese erwies sich bei Daniel als kritisch und bei mir als „noch okay“ und aus den 10 Minuten wurden vier Stunden in dem Café, in denen wir Bilder hochluden, E-Mails schrieben usw...
Nachmittags blieb dann kaum noch Zeit für etwas Anderes, aber wir versuchten dennoch den Wanderweg zum New Chums Beach, der an einem schon fast felsigen Strand entlangführte. Auf nicht mal halber Strecken entschieden wir uns, wieder umzukehren, weil es schon langsam dämmerte...

Am Dienstag (hey, wir sind in dieser Woche angekommen mit dem Schreiben) sind wir dann morgens auf der Route 309 los Richtung Tauranga. Das ist eine relativ berühmte Straße hier und auf dem Weg kann man an einer Art Schrottplatz anhalten (da stehen alte Autos und Wohnwagen/-mobile rum und rosten vor sich hin) und mittendrin laufen an die 50 Schweine und Ferkel, Hühner und Pfauen umher, deren Besitzer, den wir leider nicht antrafen, auch dort wohnt. Nach ausgiebigem Streicheln der klitzekleinen Ferkel fuhren wir weiter Richtung Hot Water Beach. Dort kann man sich normalerweise ein Loch buddeln, warten, dass heißes Grundwasser von unten hineinströmt und sich dann reinsetzen, aber wir waren mal wieder zur falschen Zeit am richtigen Ort, es war nämlich noch keine Ebbe. Bei der funktioniert das mit dem Buddeln nur, weil man dann weiter „aufs Meer“ kommt und sich sozusagen direkt über der heißen Ader befindet. Also gingen wir nur einmal den Strand entlang und dann zurück zum Auto, um zu den Cathedral Caves zu fahren. Das sind mehrere Höhlen an einem Strand mit weißem weichen Sand und riesige vom Wind verformte Felsen im Wasser. Dorthin führt ein 45 minütiger Wandertrack, auf dessen Rückweg sich Daniel den halben Zehennagel abriss. Am Strand verbrachten wir etwa eine Stunde und gingen dann zurück zum Auto.
Dann ging es weiter nach Tauranga, wo wir abends um acht ankamen und uns nach geschlagenen zwei Stunden Rumfahren dazu entscheiden mussten, im Auto zu schlafen, weil wir keinen günstigen Campingplatz fanden... Das war eine furchtbare und schlaflose Nacht, nach der wir am nächsten Morgen um sieben losfuhren, um uns bei einer öffentlichen Toilette frisch zu machen und dann weiter nach Rotorua zu fahren.
Noch bevor man in der Stadt ankam, konnte man diese auch schon durch die Lüftung des Autos riechen... Hier ist die thermale Aktivität unter der Erde sehr hoch und wenn man durch die Stadt fährt, kann man immer wieder den Dampf sehen, der aus der Erde kommt und der unglaublich nach Schwefel riecht (nur zur Erinnerung, Schwefel riecht wie verfaulte Eier...). Dieser Geruch ist permanent zu riechen und wir haben beschlossen, in einem anderen Ort nach Arbeit zu suchen, nachdem wir hier die Aktivitäten, die wir unbedingt machen wollen, abgeschlossen haben... :-D Abgesehen davon sieht es hier mit Seasonal Work auch recht schlecht aus...
Nach dem Aufbauen des Zeltes auf einem etwas abgelegenen Campingplatz, wo es also nicht ganz so stark roch, fuhren wir zum Whakarewarewa (nicht vergessen, „Wh“ wird wie „F“ gesprochen) Thermal Village. Das ist ein Maori Dorf, in dem immer noch Menschen wohnen (die, wenn man sie nach dem Geruch fragt, antworten: „Which smell??“) und in dem die Touristenführungen auch von ihnen geleitet werden. Außerdem sind überall Löcher im Boden, in denen das kochende und dampfende Grundwasser brodelt. Teilweise ist der Dampf so dicht, dass man nicht hindurchsehen kann und es stinkt dort; das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat...!!! Da wir zur letzten Führung des Tages gekommen waren, konnten wir die im Preis enthaltene Maori-Vorstellung nicht mehr sehen, aber wir durften am nächsten Tag wiederkommen und das nachholen. Von einer Plattform konnten wir zudem noch die beiden aktiven Geysire „Pohutu“ und „Prince of Wales“ sehen. Das war wirklich irre! Zu sehen, wie kochend heißes Wasser einfach aus der Erde schießt und riesige Dampfschwaden hinterlässt...
Heute fuhren wir also erneut dorthin und sahen uns die Vorstellung der Maori an, bei der die Männer und Frauen in typischer Maori-Kleidung sangen, tanzten, einen Haka und Begrüßungs- sowie Abschiedstanz vorführten. Wir waren überwältigt von der Intensität, mit der das Ganze von statten ging und haben Gott sei Dank mehrere Videos gemacht, um euch daran teilhaben zu lassen, wenn wir wieder da sind. ;-)
Achja, und wir sollten mit unserem Sitznachbarn einen Hongi durchführen, das ist die typische Begrüßung der Maori, bei der man sich die rechte Hand gibt und dann zweimal seine Nase und Stirn an die des Gegenüber drückt. Das bedeutet, dass sich dabei der Lebensatem der beiden Personen zu einem Band der Freundschaft verbindet. Klingt spirituell, oder?
Nach der Vorführung sind wir nochmal durch das Dorf gegangen und nach vielen Fotos und mit flauem Magen vom vielen Dampf und Gestank ging es zurück zum Auto und dann zu McDonald's, wo wir nun sitzen und das kostenlose Internet nutzen. :-)

Jetzt bin ich auch endlich fertig und ihr seid auf dem neusten Stand. Wo genau wir in drei Tagen hinfahren, wissen wir noch nicht, aber auf jeden Fall muss es in eine Region gehen, in der wir schnell Arbeit finden können, weil wir sonst in die finanzielle Notlage geraten...

Wir melden uns wieder, wenn es etwas Interessantes zu berichten gibt.

Viele liebe Grüße
(Mamis, Papis, Bruder, Hund und beste Freunde, wir vermissen euch sehr und senden euch eine dicke Umarmung!)

Daniel und Beccy